 Mit "National Anthem of Nowhere" liegt nun das zweite Album dieser Formation vor. Neben den kryptischen, mir kaum zugänglichen Texten (darunter ein spanischen Gedicht von Lorca), fällt zunächst die rhythmische Vielschichtigkeit, ja Komplexität auf. Und nachdem man sich durch das südamerikanisch gefärbte, rhythmische Geflecht gearbeitet hat, fallen die zahlreichen verwendeten, natürliche und durch Verfremdungen erzeugten Klangfarben auf. Zusammengehalten wir dieses scheinbar diffuse Sammelsurium durch die Stimme Whiteheads und durch eingängigere Nummern wie den Titelsong und "Chances are", die dem Hörer doch immer rechtzeitig etwas Entspannung verschaffen."National Anthem of Nowhere" ist kein schnelles und einfaches Vergnügen, sondern eine Scheibe für Musikhörer, die Spaß dran haben, auch bei zehnten Durchhören einer Scheibe wieder irgendeine vorher entgangene Feinheit zu entdecken. Ja, und die Zeit muss man sich auf jeden Fall nehmen, wenn man richtig Spaß an dieser Scheibe haben will. Dominik Engel
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