 Natürlich erfinden auch die Holloways die Musik keineswegs neu, sie bieten eine sommerlisch frische Mischung aus Ska und Rock mit gelegentlichen irish-folkigen Einsprengseln. Was die Band besonders sympathisch macht, sind dabei die durchweg intelligenten Texte, deren Kritik sich nicht wie häufig (und vor allem opportun) ausschließlich gegen Regierung und Establishment richtet (das tun sie schon auch in "Nothing for the Kids"), sondern auch gegen die stets allgegenwärtigen Schwarzmaler ("Fuck ups") und gegen all die negativen Leute, die die Schuld ihrer Misere stets bei den anderen und den Umständen suchen ("What's the Difference"). Dazu kommen nachdenkliche Betrachtungen jugendlichen Konsum- und Freizeitverhaltens, die keineswegs inselspezifisch sind, sondern in hohem Maß auch auf unsere Gesellschaft übertragbar sind. Dass diese Statements alle in einer Art Summer & Fun Gute-Laune-Rock verpackt sind, dürfte die Band zumindest in Deutschland den richtigen Stellenwert kosten. Denn auch wenn sie nicht die ganz großen Knüppel wie seinerzeit die Gang of Four rausholen, sind die Lyrics der Holloways keinen Deut schlechter. So werden sie aber wohl in Deutschland als eine von vielen britischen Gitarrenbands wahrgenommen werden, die um die Spielzeiten in Indie-Discos konkurrieren. Aufgrund der textlichen Qualitäten (Lyrics sind im Booklet abgedruckt) ist zu hoffen, dass ihnen im UK mehr Erfolg beschieden ist. Eine tolle Platte, die weit mehr zu bieten hat, als nur ein paar flotte sommerliche Partyhits. Dominik Engel
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