 Und zu solch einem Jahr passt dann auch, dass die Dänen Velour endlich den Nachfolger zu "Get in Room" und vor allem endlich einen physikalischen Träger des bisher nur als Download erhältlichen "Pam & the important Man" abliefern. Diese Nummer ist nämlich eines der größten übersehenen Popjuwelen unter dieser Sonne. Beach Boys-Harmonien, Moody Blues-Mellotron-Sounds, zuckersüße Sing-along-Melodie, dezente melancholische Bläser, sommerlich leichten, lockeren Groove. Viele Bands würden ihre Seelen verkaufen, um einmal eine solche Nummer aus dem Ärmel zu schütteln.Aber die Dänen haben diesmal mit "Velvet", "Stereogirl", "Alibi", "BBC" und "Lovers lost love" noch eine ganze Handvoll weiterer, grandioser Popnummern auf das Album gepackt. Die ganze Scheibe verströmt die unbekümmerte Sorglosigkeit der frühen Beach Boys-Scheiben, das Leben scheint nur aus Sommer, Sonne, hübschen Mädchen und jeder Menge Spaß zu bestehen. Diese Leichtigkeit wird auch von den luftigen Songarrangements unterstützt, hier gibt es keine pompösen Klangwände, Velour bauen lieber immer mal wieder kleine klangliche Nuancen in den scheinbar einfach gestrickten Sound ein. Dazu gibt es stets einen frischen, unkomlizierten Beat, der die Songs nach vorne treibt. Es ist immer wieder verblüffend, mit welchen einfachen Mittel Musik auch heute noch funktionieren kann. "Undress your Alibis" ist Pop im besten und ursprünglichsten Sinn, ist unverfälschte Musik, die einfach Spaß macht. Elf Tracks bester Sommer-Stimmung auf einen Silberling gepresst. Das Leben ist hart genug. Dominik Engel
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