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Die traditionellen Volksmusiken spielen in der gegenwärtigen U-Musik nur noch eine untergeordnete Rolle. Allerdings ist mittlerweile ein klitzekleiner Gegentrend erkennbar. Mit Beirut hat kürzlich ein 21 jähriger US-Amerikaner ein sehr interessantes Projekt zur Erhaltung der osteuropäischen Volksmusik gestartet und durchaus für Aufsehen gesorgt. In eine ähnliche Kerbe schlagen die französischen Gypsophile, wobei die sich ihrer eigenen Volksmusik bedienen.
 Eine hübsche Mischung aus Chanson und elektrifizierter Melancholie ist es, was die fünfköpfige Combo da abliefert. Ihr aktuelles Album "assunta" eignet sich dementsprechend auch hervorragend für einen entspannten Nachmittag auf der Couch, mit einem guten Buch, gegen Abend ein Schlückchen französischer Rotwein. Die bisweilen etwas obskure Verbindung aus bittersüßem Gesang, eher roh gemischtem Schlagzeug und akustischer Gitarre vermittelt den Eindruck, als würde die Band direkt neben einem aufspielen und nebenbei das Gebäude, gemäß dem Artwork des Albums, an einem Ballon hängend in entlegene Gebiete entführen. Es bedarf nicht viel mehr als einem guten Sänger und minimalistischer, aber doch ausgefeilter, Begleitung um den Hörer auf eine wunderbare Reise zu schicken bei der die Reise allein schon das Ziel ist. Das ist Chanson weiter gedacht, das ist große Musik.
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Udo Gröbner http://www.gypsophile.com
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