 Präsentierte sie auf ihrem Debüt noch Songs, die sie im Laufe von elf Jahren komponiert und getextet hatte, wurde ihr neues Album “Separation Road”, welches im Februar 2007 erscheinen wird, nach und nach zwischen Tourneen, Interviewterminen und Reisen konzipiert und eingespielt.Es reicht schon, sich den ersten Song “Girl Laying Down” (der auch die erste Single-Auskoppelung sein wird) anzuhören, um zu erkennen: Anna Ternheim ist es fabelhaft geglückt, sämtliche Fallen, welche die Aufnahme des bekanntlicherweise schwierigen Zweitwerks für jeden Künstler so parat hält, elegant und sicher zu umgehen und ein bewundernswert starkes Nachfolgeralbum zu produzieren. Es ist ein dunkles, aufregendes Album voller Atmosphäre, in deren Mittelpunkt Annas unverwechselbare Stimme steht - eine Stimme, die alle stilistischen Fäden miteinander verknüpft. “Auf diesem Album wollte ich einen klareren, direkteren Klang haben, so wie ihn gute Live-Aufnahmen bieten”, sagt Anna. “Filmmusik hat mich schon immer fasziniert, und wir hatten schon ziemlich zu Beginn der Aufnahmen den Eindruck, daß einige Songs nach breitwandigeren Arrangements verlangten.” Daß Ternheim mit “Filmmusik” nicht die unbedarfte Musik romantischer Hollywood-Komödien meint, wird einem sehr schnell klar. Zuhause schaut sie sich sehr viel lieber DVDs mit Horrorfilmklassikern wie “Nosferatu” oder “Frankenstein” an - kunstvolle Filme mit einer unheimlichen, nahezu klaustrophobischen Atmosphäre. Und genau an diese Atmosphäre erinnern dann auch ein wenig die Arrangements von Liedern wie etwa “One To Blame”. Streicher, die ein plötzliches und gewaltsames Ende ankündigen, treffen hier auf sinnlich dahinfließende Melodien. “Lovers Dream” weckt gewisse Erinnerungen an das Genre des Film noir und gibt dem Wort “Dunkelheit” eine neue Bedeutung. “Separation Road” ist kein vorsichtiges Album: Weder bei den eher spartanisch instrumentierten Nummern noch bei den Songs mit komplexeren Arrangements (eingespielt mit Streichern und Holzbläsern sowie einer Reihe in der Popmusik weniger gebräuchlicher Instrumente) greift Anna auf ein Sicherheitsnetz zurück. Ein gerne verwendetes Klischee ist in der Musikwelt die Bezeichnung “zeitlose Aufnahme” - gemeinhin bezeichnet man so Einspielungen, die wie für die Ewigkeiten geschaffen wirken und selbst in 3000 Jahren, wenn sie von irgendwelchen die Erde besuchenden Außerirdischen ausgegraben werden sollten, noch immer so interessant und unverbraucht zu klingen versprechen, wie zur Zeit ihrer Einspielung. Anna Ternheim möchte die Bezeichnung “zeitlos” bei ihrer Musik in einem anderen Sinn verstanden wissen. Als sie sich mit ihrem Produzenten Andreas Dahlbäck über die bevorstehende Aufnahme von “Separation Road” unterhielt, kamen die beiden überein, die Songs so klingen zu lassen, daß man sie zeitlich nicht einordnen könnte. Diese Unbestimmtheit schuf Raum für Dramatik und Temperament. Ein Song wie “Tribute To Linn” ist ein typisches Beispiel - er ist grandios und vermittelt einem doch zugleich eine intime Nähe zu Anna. Gerahmt wird dieses Lied von einem wunderschönen Holzbläserarrangement und pechschwarzen, doch eindringlichen Lyrics. “Als ich mit dem Komponieren der Songs anfing, hatte ich eigentlich keinen thematischen Leitfaden, der ergab sich am Ende einfach so. Denn als ich mich an die Texte machte, fiel mir auf, daß sich bei dieser Musik Themen wie Liebe, Freundschaft und Trennung geradezu aufdrängten. Dieses Album handelt von Trennung und davon, daß man seinen Weg zu wählen hat... und dabei andere Optionen verwerfen muß.” Anna Ternheim kommt im März nach Deutschland, unter anderem in die Kalkscheune nach Berlin. Der perfekte Ort also für ihre wunderbare Musik.
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