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Fischessen – Suicide is much too blonde (16.02.07) 

23.01.2007

Was für ein ungewöhnlicher Name für eine Band, das war der erste Gedanke bei Fischessen, und der wurde durch das Albumcover gleich weitergetragen: Ein Männerkopf mit einer roten Hand davor und das Ganze sieht irgendwie nach schlechter Farbkopie aus. Der Titel des Albums tut sein übriges: „Suicide is much too blonde“. Genau übersetzt heißt das: Selbstmord ist viel auch Blondine, denn too = auch (und nicht „zu“) und blonde = Blondine (und nicht „blond“). Da aber Jörg A. Schneider, der Mann hinter Fischessen, bereits unter anderem eine Amerikatour und einen Auftritt in Roskilde absolviert haben, ist davon auszugehen, dass der Titel so gewollt ist. Wie dem auch sei. Jörg Schneider war lange Zeit Teil der Band les hommes qui wear espandrillos und veröffentlicht hier nun sein erstes Soloalbum zusammen mit einigen Gastmusikern. Schneider’s myspace-Seite nennt ihn one of the most dedicated drummers of germany und das bleibt hier mal unkommentiert.

Fischessen – Suicide is much too blonde (16.02.07)Fischessen – Suicide is much too blonde (16.02.07)Die Musik auf „Suicide is much too blonde“ kommt fast ohne Gesang aus und wird neben herkömmlichem Rock-Instrumentarium auch mit Elektronik kreiert. Der Pressetext nennt es Instrumental-Rock mit ruhigen Parts und ungezügelter Brachialität. Dabei sind wenig herkömmliche Strukturelemente wie Strophe und Refrain erkennbar, das Ganze klingt eher wie ein düsterer, industrieller Soundtrack. Leider kann das nicht überzeugen, bald sind Gitarrengeheul und Drum-Einlagen für das ungeübte Ohr zu anstrengend. Möglicherweise wird der interessierte Fachmann hier seine Freude an technischer Finesse und Qualität der Musiker finden, aber für einen Soundtrack ist „Suicide is much too blonde“ nicht packend genug, die nicht vorhandenen Bilder zur Musik entstehen auch vorm inneren Auge nicht so recht und deshalb kann ich mit Fischessen auch nichts anfangen. Das mag an meinen herkömmlichen Hörgewohnheiten liegen, denn genügend musikalischen Background haben sowohl Schneider, als auch seine Bandkollegen. Das Ergebnis ihrer Kollaboration aber klingt mir zu experimentell, improvisiert und abgehoben. Schwere Kost.

Carsten Schulze

http://www.myspace.com/fischessen - http://www.fischessen.net

 

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