 Als man die britischen Indierocker von The Cooper Temple Clause das
letzte Mal ausführlich begutachten durfte, spielten sie ein desolates
Konzert im Rahmen der "Haldern geht zelten"-Reihe am Berliner
Postbahnhof (der Auftritt beim Haldern-Festival ersoff mehr oder
weniger
im Regen), wo man sich auch den zuvor bereits übers Internet
verbreiteten neuen Song "Damage" erstmals live anhören und nunmehr
ernsthaft daran zweifeln durfte, ob die mittlerweile nur noch
fünfköpfige Band aus Reading ihren wilden Individualismus gegen das
Hinterrennen gegenwärtiger Garage-Disco-Trends ausgetauscht habe.Die neue Platte "Make This Your Own" eröffnet nun drei Jahre nach dem
Vorgänger "Kick Up The Fire, And Let The Flames Break Loose"
ebenfalls
mit "Damage" - was gute Neuigkeiten sind, denn im Verlauf der
nachfolgenden zehn Songs kann es somit nicht nur besser werden -
"Damage" erweist sich in der Tat als einmaliger Ausrutscher, während
der
Rest der Platte The Cooper Temple Clause durchaus auf der Höhe der
eigenen Vorgeschichte zeigt: dunkel-wummernde Gitarren, präsente
Keyboards, ungewöhnliche, eindringlich die Melodie tragende
Gesangslinien, die Songs wie "Head" oder die aktuelle Single
"Waiting
Game" zu großartigen Nummern machen. Ein bisschen eklektischer ist das
Ganze vielleicht, aber nie albern bemüht, sondern stets mit der Idee
eines Albums im Kopf, das sich Zeit zum Wachsen lassen soll. Scheint
gelungen. Friedrich Reip
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