 Nun ist es offiziell: Jay-Z ist zurück von einer Pause, die nie wirklich eine war. Genau zehn Jahre nach seinem vielgelobten Debütalbum „Reasonable Doubt“von 1996 zeigt Jay-Z, dass er wirklich älter und vor allem erwachsener geworden ist.Er rappt nicht mehr über das Ghettoleben in Brooklyn, New York, sondern über das Leben in der edlen Park Avenue, dass er nach St. Tropez reist und fasst alles im Song „30 Something“ mit dem charakteristischen Satz „I'm young enough to know what car to buy / yet old enough to know not to put rims on it“ zusammen. Es geht nicht darum, wie viele Leute er getötet hätte, wie viele Frauen er im Bett hatte oder wie viele Juwelen um seinen Hals hängen. Nein, er bedankt sich in einem Track bei seiner Mutter („I Made It“), auf einem anderen entschuldigt er sich den Opfern des Hurricane Katherina, dass er so wenig für sie getan hätte („Minority Report“) und er erklärt wie scheiße es sei, auf Disse schlechterer Rapper wie Cam'ron antworten zu müssen („Dig A Hole“). Trotzdem überwiegen insgesamt die Themen, die sich aus seinem gehobenen Lebensstil ergeben. Da sich die Lebensstil der meisten Jay-Z-Fans nicht in gleichem Maße verbessert hat, ist es nur verständlich, dass „The Blueprint“, „Reasonable Doubt“ und meinetwegen auch „The Black Album“ eher zu Jay-Zs Glanzlichtern zählen. Musikalisch arbeitete er wie immer auf seinen letzten Alben mit den HipHop-Top-Produzenten des Landes zusammen: Dr. Dre, The Neptunes, KanYe West oder Rick Rubin. Mal passt es, bei Tracks wie „I Made It“, „Dig A Hole“ oder dem Titeltrack „Kingdom Come“, mal wirken die Tracks etwas dahin geschmissen, wie bei „Anything“ auf einem Neptunes-Beat mit Raps von Usher und Pharrell oder „Hollywood“ mit Beyoncé. Insgesamt ein gutes Album mit fünf, sechs großartigen Songs. Bei insgesamt 14 Songs ist das aber zu wenig, um „Kingdom Come“ zu einem weiteren Klassiker zu machen.
Robert Kneschke
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