 Am Anfang war die Langeweile. Langeweile beim Hören aktueller Musik. Dies scheint, zumindest laut Pressemitteilung, eines der Hauptmotive bei der Gründung der Band Society for cutting up men gewesen zu sein. Dementsprechend klingt die selbstbetitelte Debut-EP auch durchaus nicht nach dem Einheitsbrei aktueller Veröffentlichungen. Wohlgesonnene Seelen würden vielleicht von einer Mischung aus den Strokes und Punkbands wie Dritte Wahl schwärmen, von etwas wie Post-Punk, es müsste eine leichte Rauchschwade durch den Raum gleiten bevor sich 3 traurig aussehende Männer Vodka in die Kehle schütten. So würde die EP wohl aussehen. Etwas objektiver betrachtet sind die Songs allerdings zu nah an jener verspulten Punk-Wirklichkeit die dem musikinteressierten Laien im Normalfall nichts sagen. Die Stücke sind vom Aufbau her sicherlich erfrischend und die ein oder andere Melodie bliebe unter Umständen im Ohr hängen wäre da nicht immer der gespürte Drang, anders klingen zu müssen. In seinem Bestreben ist das Trio aus Wien einen Schritt zu weit gegangen. Übereifer nennt man sowas wohl im Fachjargon. Die schlechte Aufnahmequalität sei angesichts einer Debut-EP verziehen. Kreativität ist ohne Zweifel vorhanden, allein der Nonkonformismus geht etwas zu weit. Udo Gröbner
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