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duesenjaeger – Schimmern 

10.11.2006

Punk, zumindest Ende der 70er Jahre, war mal was Neues. Zur Zeit der Bombastshows von Pink Floyd gab es mit Punk den Do-It-Yourself-Gegenentwurf, gab es wieder die Möglichkeit, Musik selbst zu machen. Diese Daseinsberechtigung für Punk ist in Zeiten der Copy&Paste-Computermusikprogramme längst vergessen und auch musikalisch schockt Punk niemanden mehr. In zwanzig Jahren werden die Ramones und die Sex Pistols vielleicht sogar in Altenheimen gespielt werden, so wie heute Elvis Presley, der ja vor zwanzig Jahren die Erwachsenen mit seinem unmoralischen Hüftschwung verstört hatte.

duesenjaeger – Schimmernduesenjaeger – SchimmernAuch textlich hat Punk nicht mehr die Brisanz der 70er, seitdem im Internet jede noch so abwegige Meinung vertreten wird. Wäre also Zeit für was Neues, oder? Nun, zumindest duesenjaeger haben das noch nicht mitbekommen. Die vier Jungs aus Osnabrück spielen Mid-80er-Jahre-Punk mit Mid-90er-Emo-Texten, als gäbe es nicht mehr als vier Akkorde.

Die spielen sie nicht schlecht und mit ihrem Song „Auch nicht anders“ ist ihnen sogar ein texlich reflextierter Wurf gelungen. Aber weder mit dem Gesang, den Melodien oder der Wucht kommen so über den Punkrock-Durchschnitt hinaus. Sie liegen auch kaum drunter, aber Durchschnitt gibt es eben zuhauf. Nur für harte Fans des Genres.

Robert Kneschke

http://www.duesenjaeger.org

 

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