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Kafka – er ist der Sonderling in der Dichtung. Gut, alle Dichter sind Sonderlinge, aber Kafka ist eben etwas sonderbarer als die Sonderbaren. Sein Leben und Werk ist eine Sammlung fragmentarischer Fragezeichen. Einige der Rätsel greift das Hörbuch „Wartende Stille. Warum Kafka sich nicht traute“ auf.
 Mit überraschenden, aber unaufdringlichen akustischen Ideen und stimmiger Musik inszeniert geht es insbesondere der Frage nach, warum Kafka zeitlebens konfliktgebeutelt die einsame Dichterexistenz dem greifbaren Familienglück vorzog. Kam er nicht aus der Rolle des „ewigen Sohns“? War es seine Angst vor Nähe und dem Fleisch? Oder vor dem Verglühen seiner Schaffenskraft im Angesicht einer festen Beziehung? Auf diese Fragen gibt es keine eindeutige Antwort. Wäre auch langweilig. Das Hörbuch bietet – vor allem in Form von Briefwechseln und Notizen Kafkas – aber anregende Bausteine zur mentalen Rekonstruktion und Spekulation. – „Wartende Stille. Warum Kafka sich nicht traute.“ ist eine spannende Produktion und in der Tat ein kafkaeskes Erlebnis. Christian Liederer
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