 Alles Andere, wie noch nicht ganz sitzender Text oder das Verschlucken von Worten oder ganzen Textzeilen gehört ja nun irgendwie schon zu ihrem Kult. Neu ist allerdings, dass sie ihre bis her immer so unterhaltsamen Geschichten abliest. Aus ihrem Tagebuch zitiert, lässt sie uns an ihrem Erlebnissen in einer Bar in Tokio teilhaben – spätestens die Beschreibungen des dritten oder vierten immer wieder ähnlich verlaufenden Abends dort lässt mich in die Langeweile abgleiten. Es springt kein Funke über, da sie teilweise fast lustlos an den Zeilen hängt. Hier und da mal ein Aufblitzen von Authentizität – so richtig aber erst im Zugabenteil, wenn das Tagebuch endlich zugeklappt auf dem Flügel liegen bleibt.Die Songhighlights des Abends sind ganz klar die bekannten Klassiker anderer Interpreten – so Sinead O’Connors „Nothing Compares“ oder „Wishin & Hopin“ von Dusty Springfield. All dies bemüht in eine Art Jazz-Chanson getragen, der ohne Frage einen gewissen Charme hat, den Georgette aber in vielen Fällen stimmlich nicht füllen kann. So ist zumindest für mich klar, dass ich ihren Interpretationen von „Stiller Raum“ und „Das Glück kam zu mir wie im Traum“ die Originale von Rio Reiser und Alexandra vorziehe. Zumindest hat Georgette den Mut ab und an etwas Neues auszuprobieren. Wenn mich ihr neues Programm auch nicht so recht überzeugen will, so habe ich doch die Hoffnung, dass dies vielleicht bei der nächsten Begegnung wieder ganz anders sein wird. Kai Schmidt
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