 Es scheint alles neu bei Olli Schulz und der Hund Marie: das neue Album „Warten auf den Bumerang“ erscheint bei einem Majorlabel, mit Moses Schneider (Beatsteaks, Tocotronic, Kante) ein neuer Produzent dabei, der Songwriter verkündet die neue Ernsthaftigkeit seiner Songs und ist auch von Hamburg nach Berlin gezogen. Auf der Platte hört man davon wenig, nur, dass das Budget jetzt ein paar Streicher hergab. Ansonsten sind die Songs wie gehabt mal allein mit Gesang und Gitarre und mal gesellen sich Bass und Schlagzeug dazu. Der interessierte Fan kann im Booklet erfahren, dass Max Schröder alias der Hund Marie nicht mehr alle Instrumente eingespielt hat sondern jetzt auch Dennis Becker und Andre Frahms, ansonsten bei verschiedenen Bands von Ollis Exlabel Grand Hotel van Cleef aktiv, auch auf Platte mitspielen und nicht mehr nur live, hören kann man das nicht. So bleibt neben den Streichern als musikalische Neuerung nur der elektronisch manipulierte Schlagzeugbeat bei „Keiner hier bewegt sich (wir fallen)“.Und auch mit der neuen Ernsthaftigkeit ist es nicht so weit her. Die erscheint nur so, weil sie im Vergleich zu den Vorgängern gebündelter auftritt. Während in dersten Hälfte die lustigen und harmlosen Songs der Marke „Wenn die music nicht so laut wär’“ und „Unsichtbarer Vogel“ den Ton angeben, wird es weiter hinten mit der Single „Rückspiegel“ und „Wenn das Leben dich beißt“ düsterer, doch am Ende findet jeden Geschichte ihren harmonischen Ausklang. Da muss sich auch niemand schämen, wenn er beim Song „Armer Vater“ und Zeilen wie „Du musst mir nichts erklären/ es ist zu spät dafür/ sas, was Du gemacht hast/ gehört alleine mir/ auch wenn manche Sagen/ Ich komme nirgends an/ ich bin sehr stark geworden/ auch ohne deine Hand/ Armer Vater, du wirst niemals seh’n/ wie ich hier in dieser Welt besteh/ wie ich meine krummen Lieder sing’/ und bei diesem schönen Mädchen bin“. Im Background singt hier übrigens Judith Holofernes von der Band Wir Sind Helden. Leider hat er danach noch mit „Kleine Meise, großes Herz“ ein symbolisch entschuldigendes Schulterzucken gesetzt, dass den ernsten Songs zuvor einen Teil ihrer Wirkung nimmt und nicht nötig gewesen wäre. Könnte man so stehen lassen. Johannes Mihram
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