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Am vierten November 2004 konzertieren die Einstürzenden Neubauten in einem mittlerweile abgerissenen Stein- und Glasmonstrum, dem Palast der Republik, ehemaliger Regierungssitz der Deutschen Demokratischen Republik. Berlin ist die Stadt des, Musik ist eben gerne derart paradox, destruktiven wie konstruktiven Krach-Ensembles, welches selber auf eine bewegte und bewegende Geschichte zurückblicken kann.
Das einmalige und unwiederholbare Gastspiel im dereinst mächtigen Gebäude, welches seines Untergangs harrt, bekommt den Charakter eines späten Höhepunkts im gemeinsamen Schaffen der Herren Bargeld, Unruh und Hacke. Der Aufführungsort verleiht Größe und verbreitet eine adäquate Stimmung, als Grundlage für noch immer extreme Schallperformances, deren Boheme-Nähe das bis heute einzigartig vorgehende Klangkollektiv auch über dunkle Anzüge oder komplett schwarze Bühnenbekleidung und ernstes Minimalminenspiel kommuniziert.
 Von jeher prophezeit die Musik der Einstürzenden Neubauten ein herannahendes Ende. Somit zeichnet sich das Sextett als Idealbesetzung dieses besonderen Ereignisses aus - die einzige Band, welche einem Abbruch des gerade noch real existierenden sozialistischen Palastes vorausgehen kann. Der Konzertmitschnitt kann allerdings die über alles erhabene Schallgewalt kaum dokumentieren. Dafür erfasst es die verschiedenen nostalgiefreien Klangerzeugungsprozesse und sehr individuellen, im vielstimmigen Ensembleklangkorpus aufgehenden Musizierarbeitsweisen sehr deutlich, dieses konzentrierte Lärmen in klaren Strukturen. Gleiches gilt für den eigens und ausschließlich für diesen Berlin-Auftritt herbeizitierten hundertköpfigen Chor. Auch er monumental.
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T. Stalling http://www.indigo.de - http://www.neubauten.org
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