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Derek Trucks Band - Songlines Live 

09.11.2006

Eingeleitet von einer vierminütigen Interviewsequenz, welche in die Geschichte und Gruppenverhältnisse der Generationen übergreifenden und Kontinente umspannenden Derek Trucks Band einführt, besucht “Songlines Live“ das Chicagoer Konzert der Musiker um den Ausnahmegitarristen Derek Trucks vom 28. Januar 2006. Auf und vor der Bühne wird die Welt des Blues, mit all seinen Höhepunkten, musikalischen und emotionalen Tiefgängen zelebriert. Trucks zupft und slidet, tremoliert, jault und rollt durch die Jahrzehnte der beliebtesten Leidensmusik des Planeten, soliert ausgiebig – von einer hellwachen und einfühlsamen Band angefeuert. Er schöpft aus den Quellen verblichener Größen des Metiers - wie Big Bill Broonzy, King Curtis, Lightnin´ Hopkins - und aus anderen Genres, welche ja eigentlich alle aus der Delta-Ursuppe des Blues entsprungen sein sollen.

Derek Trucks Band - Songlines LiveDerek Trucks Band - Songlines LiveZwei Stunden begeistert die Derek Trucks Band ein wohlwollendes, spieltechnische und gruppendynamische Glanzlichter enthusiastisch feierndes, von trauwandlerischer Leichtigkeit und eindringlicher Hingabe verzaubertes Publikum. Herausragend sind das Medley zweier Nusrat Fateh Ali Khan-Stücke, “Maki Madni“ sowie “Sahib Teri Bandi“, das perkussiv-solistisch eingeleitete, im weiteren Verlauf melodisch sprudelnde “Mahjoun“ – welches “Greensleeves“ mit einbezieht –, die Fusion von Herbie Hancocks “Fat Mama“ mit dem Funk von “Voices Inside“ und “For My Brother“, die satt groovende Gruppenkomposition des Derek Trucks-Kollektivs.

Unter den älteren Herren nimmt sich der blasse Virtuose Trucks weiterhin als Gitarrenwunderkind aus, welches mit sanften Gesten und intensivem Gitarrenspiel eine Gruppe lenkt, die viel mehr als bloß Begleitband ist. Gemeinsam mit ihnen verjüngt der Gitarrist den Blues, seine Tradition erfassen die sechs Musiker in all seinen Facetten überzeugend. Sie formen ihn in seiner Leichtigkeit und seiner Schwere, im Up- wie im Downtempo, herzschmerzend und feierlich, soulig, rockend, jazzig, karibisch und auch funky rhythmisiert, balladesk und mit Gospelfeierlichkeit. Dies belegt “Songlines Live“, als wohltuend nüchternes Dokument eines sein Publikum packenden Konzerts.

T. Stalling

http://www.derektrucks.com - http://www.shorefire.com/artists/dtrucks

 

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