 Aber worum geht es eigentlich? Auf CD 1 gibt es 17 Songs, fast alles Singles, von Prince in chronologischer Reihenfolge zu hören, darunter Hits wie „Controversy“, „Purple Rain“ oder „Diamond And Pearls“. Auf der zweiten CD sind 11 Remixe zu hören, meist die langen Dance-Versionen, die auf den 12-Inch-Schallplatten veröffentlicht wurden. Die Titel überschneiden sich nicht und so gibt es zusätzlich „Little Red Corvette“, „Kiss“ und die bisher sehr rare Version von „Let's Work“ zu hören.Trotzdem fallen einem sofort viele Songs ein, die fehlen. „If I Was Your Girlfriend“, „The Most Beautiful Girl In The World“ (vom unaussprechlichen Symbol veröffentlicht), „Erotic City“, „Housequake“, der sehr obszöne Dance-Remix von „Get Off“ oder „Batdance“ aus dem Batman-Film. Aber so ist das bei Künstlern wie Prince: Der Typ hat einfach zu viel gute Songs. Schon vor Jahren brüstete er sich, dass er allein aus seinen Archivaufnahmen noch zig Alben zaubern könne, ohne je wieder ein Studio betreten zu müssen. Und da er trotzdem nie aufhört, Musik zu machen, sind es nur noch mehr Songs geworden. Wer schon eine der vielen bisherigen Best-Of-CDs von Prince besitzt, braucht vielleicht nicht die erste CD, aber vor allem die zweite CD mit wirklich vielen raren Versionen. Dazu kommt, dass die komplette CD geremastert wurde, die Songs also besser als auf den Originalalben klingen. So ist die vorliegende Best-Of ein sehr guter Kompromiss, bis die besten Prince-Alben geremastert auf den Markt geschmissen werden oder eine Box-Collection endlich mal wirklich alle Remix-Versionen zusammenfasst. Aber damit sollte gewartet werden, bis der Prinz keine neuen Songs mehr schreibt.
Robert Kneschke
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