 Zum anderen hatte der Berliner Gymnasiasten-Rapper ja schon 2005 mit „Geschriebene Geschichte“ sein Best-Of-Album herausbrachte. Um das nicht schon wieder obsolet werden zu lassen, nun halt ein neues Kapitel in der Rapgeschichte mit einem neuen Namen.Dass Prinz Pi noch nie zu denen gehörte, denen die Texte ausgehen, ist bekannt und deshalb ist sein erstes Album „Donnerwetter!“ auch gleich ein Doppelalbum. Die erste CD besteht aus 20 Songs, die kaum Überraschungen bieten für die, die schon die Prinz Porno-Alben kennen. Die Beats von Biztram sind abwechslungsreich und im Vergleich zu vielen anderen Deutschrappern auch originell (höre „Instinkt“ oder „Peng, Peng, Peng“), die Texte sind unterhaltsam, nicht so conscious wie bei Curse, aber dafür mit Humor. Meine Lieblingszeile des Albums: „Berlin meine große Liebe, in Berlin schwören die Leute vor Gericht auf eine hohle Bibel“. Nach dem hörenswerten Song „Schreibmaschine“ sinkt bei den restlichen fünf Tracks leider unter das gewohnte Niveau. Dafür ist die CD wenigstens randvoll. Die zweite CD mit dem Titel „Herr der Dinge“ soll eine Art gerapptes Heldenepos darstellen. Nicht nur der Name lehnt sich an den „Herr der Ringe“ an, auch inhaltlich erinnern viele Szenen, Stimmungen und Handlungen an die Tolkien-Bücher. Ohne HipHop-Beats, dafür mit fast allen Instrumenten, die auch bei der Tolkien-Verfilmung erwartet wurden, rappt sich der Held durch seine Abenteuer. Im Vergleich zu den anderen Tracks von Prinz Pi sind die Reime aber etwas schwächer und auch inhaltlich bietet die Geschichte kaum Überraschungen oder Storyverläufe abseits bekannter Rollenspiel-Klischees. Trotzdem: So etwas ist tausendmal besser als wieder ein Rapper, der behauptet, dass er der Beste sei und alle anderen nur mit Fäkalwörtern beschimpft.
Robert Kneschke
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