 Dieses Klavier (gespielt von Benedikt Filleböck) wird sehr rhythmisch benutzt, zusammen mit den elektronischen Beats, dazu kommt noch ein Bass und der wehklagende Gesang von Oliver Minck. Das ergibt sehr reduzierte, sehr konkrete Songs, die sich oft um Gefühle drehen, weder zu schmalzig noch zu verschlüsselt oder verkopft.Bei einigen Songs (wie „Schlimmer“) geht die Melodie sofort ins Ohr und der Refrain „Alles ist so wie immer – nur noch viel schlimmer“ wird zum Ohrwurm. Und wenn Oliver Minck in „Ich will mich befreien“ inbrünstig singt, dass er sich das erste Mal wirklich verliebt habe, dann klingt das in Kombination mit der schwebenden Musik so ergreifend, dass die Tränen fast von selbst in die Augen schießen und sich die Hände von selbst zu Fäusten ballen, um diesem Verliebten die Daumen zu drücken. Die Freudentränen werden zwei Lieder weiter („In einem anderen Leben“)
zu Trauertränen, wenn er davon singt, dass er nur früher, ganz früher, in einem anderen Leben glücklich gewesen wäre. Wer leicht melancholische Popsongs mag, meinetwegen auch The Smiths hört, der sollte hier mal reinhören.
Robert Kneschke
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