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Mamma Mia! - Das Musical mit den Hits von ABBA 

29.08.2006

Als ich das erste Mal von dem Musical „Mamma Mia!“ hörte, war ich sehr skeptisch. Ist der Kult um die Hits von ABBA nicht schon völlig überstrapaziert und ausgereizt? Und nun sollte es auch noch eine voll übersetzte deutsche Version geben. Kann denn so etwas funktionieren, die Songs die jeder kennt mit einem deutschen Text zu versehen? Es funktioniert und es ist gut! – weil dieses Musical keine nostalgische Hommage an die Hits einer der erfolgreichsten Bands der Popmusik ist – es betrachtet sich selbst nicht mit übertriebener Ernsthaftigkeit und sieht die Musik von ABBA nicht als unantastbare Ikone. So konnte ein Musical mit eigenem Charme entstehen, das es vermag, die Anziehungskraft der ABBA-Songs für sich zu nutzen, ohne sich von ihnen völlig dominieren zu lassen.

Mamma Mia! - Das Musical mit den Hits von ABBAMamma Mia! - Das Musical mit den Hits von ABBASeine Weltpremiere feierte das Musical „Mamma Mia!“ am 6. April 1999 im Prince Edward Theatre in London. Das war auf den Tag genau 25 Jahre nach dem Tag, an dem ABBA in Brighton mit “Waterloo” ihren Triumph beim Grand Prix d’Eurovision feiern konnten. Vorausgegangen war dieser Premiere die enge Zusammenarbeit und ständige Abstimmung aller Beteiligten, so dass ein für alle optimiertes Ergebnis entstehen konnte. Die Idee kam von der Produzentin Judy Cramer, die bereits Executive Producer bei „Chess“ in der Produktionsfirma von Tim Rice tätig war. Schon in den 80ern wollte sie das Potenzial der ABBA-Songs für ein Musical nutzen und versuchte Björn Ulvaeus und Benny Andersson von ihrer Idee zu überzeugen. Anfangs skeptisch entschieden sich die beiden dann für die Verwendung der Musik in einem Musical, das aber keinesfalls von ABBA handeln sollte. So kam die Autorin Chatherine Johnson mit einer heiteren und verwicklungsreichen Story ins Spiel. Immer wieder wurden die Details der Handlung, die Songauswahl und die Abstimmung von Beidem aufeinander zwischen allen Beteiligten diskutiert. Am Ende stand ein Musical mit 22 ABBA-Songs, die genau in die Handlung des Trubels vor einer Hochzeit auf einer kleinen griechischen Insel zu passen scheinen.

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Mamma Mia! - Das Musical mit den Hits von ABBAMamma Mia! - Das Musical mit den Hits von ABBANach einem Triumphzug am Broadway und in anderen Städten der USA, Kanada und Australien, wird die deutsche Version gleichzeitig in Hamburg und Stuttgart gespielt. Die deutschen Texte wurden, wie könnte es auch anders sein, von Michael Kunze übertragen.

Die Vorstellung beginnt mit einem lautstarken Medley aus den Melodien der ABBA-Hits, so ist man sofort auf das nun folgende eingestimmt. Denn es folgt eine farbenfrohe, unterhaltsame und mitreißende Show auf der Grundlage einer seichten Handlung und mit Melodien die jeder kennt. Das Bühnenbild vermittelt die Illusion des mediterranen Flairs einer kleinen griechischen Insel. Es ist erstaunlich, welche Kombinationsmöglichkeiten aus den zwei computergesteuerten, beweglichen Kulissenteilen entstehen. Sie werden zum kleinen Dorfplatz, dem Innenraum einer Taverne, zur Hafenanlage und zu vielem mehr. Ein gutes Beispiel, welche Wirkung mit wenig Aufwand an Kulissenteilen erzielt werden kann. Der Bühnenboden aus vielen Glasplatten kann sowohl graue Pflastersteine als auch einen bunt leuchtenden Dancefloor erzeugen. Passend zur Handlung bestehen die Kostüme sowohl aus Alltagskleidung, als auch aus popigen Diskogewändern der ABBA-Ära und werden des öfteren in der Aufführung gewechselt. Fast alle Hauptdarsteller überzeugen durch eine sehr gute Gesangsleistung, besonders Carolin Fortenbacher als Donna. Zwischen den Gesangspassagen gibt es reichlich gesprochenen Text, doch die Handlung ist turbulent genug, dass dies nicht störend wirkt. In den Tanzszenen verblüffen alle Darsteller mit der grandiosen Choreographie von Antony van Laast.

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Mamma Mia! - Das Musical mit den Hits von ABBAMamma Mia! - Das Musical mit den Hits von ABBAErklingen die bekannten Melodien im besten Sound, teilweise gar mit Surround-Effekten, kann sich das Publikum nicht mehr zurückhalten, sofort seine Begeisterung zu zeigen: es gibt Bravorufe, es wird im Takt mitgeklatscht und reichlich Zwischenapplaus gegeben. Der deutsche Text wirkt nicht im geringsten störend; im Gegenteil bietet die Übersetzung oft die Möglichkeit, die Songs noch mehr auf die Handlung abzustimmen. Passend zur Lockerheit der ganzen Inszenierung, wird auch die Einfügung vieler Songs selbst auf die Schippe genommen und erntet dafür Lachsalven. Gleich nach Ende des Stücks hält die Zuschauer nichts mehr auf ihren Sitzen und es gibt Standing Ovations. Die anschließenden drei Bonussongs verlaufen nicht mehr in der Atmosphäre einer Musicalaufführung, sondern in der eines begeistert aufgenommenen Popkonzerts.

Kai Schmidt

http://www.stage-entertainment.de

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