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Sugarplum Fairy – First round, first minute 

22.08.2006

Für das erste Album hat man ein Leben lang Zeit, für das zweite ein Jahr – für Sugarplum Fairy und ihren zweiten Longplayer „First round, first minute“ reichte das gerade mal zur Politur.

Sugarplum Fairy – First round, first minuteSugarplum Fairy – First round, first minuteSelten trifft der erste Satz aus dem Presseinfo unfreiwillig den Nagel so auf den Kopf wie bei diesem Album: „Eine Band, die im Konzept schwelgt: klassische Einstellung, klassischer Style, klassische Wangenknochen und natürlich auch klassische Musik“. Dass Styling und Wangenknochen vor der Musik genannt werden, ist kein Zufall sondern Prinzip bei dieser Gruppe. Die Prioritäten sind klar gesetzt und hinzuzufügen ist nur noch, dass die beiden Bandleader die kleinen Brüder von Gustaf Norén sind, einem der beiden Köpfe von Mando Diao.

Ohne diese Verwandtschaft wären die Hallen, in denen Sugarplum Fairy spielen sicherlich kleiner als sie es sind. Denn das Bemerkenswerteste an ihrer Musik ist allein ihre Durchschnittlichkeit – 60’s-Rock, wie ihn auch die Hobbyband nebenan spielt. Ganz Klischee muss ein Song, der den Namen „Visible Karma“ trägt, eine Spur indischer Klänge beherbergen. Und da mit dem ersten Album „Young & armed“ gerade hierzulande gut Kasse gemacht wurde, konnte und wollte sich die Band für die Balladen noch mal zwanzig Streicher mehr leisten. Aber noch immer gilt: Streicher zu engagieren ist an sich noch keine Idee.

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Sugarplum Fairy – First round, first minuteSugarplum Fairy – First round, first minuteIdeen fehlten der Band auch bei den Texten, weshalb die Songs zum allergrößten Teil aus Refrain bestehen. Refrains, wie ich sie als Grundschüler nach meinen ersten drei Englischstunden geschrieben habe: „Please let me try, let me through to your life“. Beim Debüt fielen diese Hilflosigkeiten noch nicht so auf, weil zumindest die Musik genug Potenzial bot. Da brach mal eine Gitarre aus, wurde der Gesang extra nölig ausgespuckt. Ein Jahr später regiert die Kopfstimme und im Hintergrund singt die Band „Shalalalala“.

Wenn sich die Band für das nächste Album mehr Zeit nimmt und sich auf die Songs konzentriert, statt ihre Wangenknochen im Spiegel zu bewundern, könnten sie es annähernd auf das Niveau der Band des großen Bruders schaffen. Vorerst jedoch gilt: First round, first minute – knock out.

Johannes Mihram

  • 20.09.2006 Berlin - Kesselhaus, Visions goes Popkomm
  • 21.09.2006 Hamburg - Molotow, Reeperbahn-Festival
  • 22.09.2006 Osnabrück - Rosenhof
  • 23.09.2006 Bielefeld - Kamp
  • 24.09.2006 Bochum - Matrix
  • 26.09.2006 Köln - Prime Club
  • 27.09.2006 Freiburg - Jazzhaus
  • 30.09.2006 München - Atomic Cafe
  • 04.10.2006 Heidelberg - Karlstorbahnhof
  • 05.10.2006 Trier - Forum
  • 06.10.2006 Aschaffenburg - Colos-Saal
  • 07.10.2006 Dresden - Star Club
  • 08.10.2006 Hannover - Musikzentrum

 

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