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Chicago wird, vor allem seit das “Thrill Jockey“-Label gegründet worden ist, gerne mit dem schwierigen Begriff “Post Rock“ in Verbindung gebracht. Doch lange bevor Bands wie etwa A Minor Forest, Gastr Del Sol, Tortoise und Town And Country sich aufmachten, um in festen Gruppenzusammenhängen, losen Kollaborationen und offenem Austausch mit diversen Ansätzen der Rock-Musik zu experimentieren, förderte die Metropole beim Publikum glänzende Augen und heiße Ohren im Zusammenhang mit musikalischen Innovationen und intensiv empfundener Musikliebhaberei. Die “Association for the Advancement of Creative Musicians“, kurz “AACM“, förderte und fördert viele Entwicklungen, gerade auf den Gebieten der Improvisation und der Förderung erfinderischer, überaus individueller Ausdrucksformen. Das Quartett Frequency ist mit dieser Organisation eng verbunden. Nicole Mitchell durch ihre Co-Präsidentschaft, Edward Wilkerson unter anderem durch seine Beteiligung an der AACM Big Band, Avreeayl Ra und Harrison Bankhead durch musikalisches Engagement, jahrzehntelangen Austausch und viele Projektanteilnahmen. Freier Jazz, von Klängen und Idiomen aus aller Welt berührt, vereint die vier Musizierenden. Frequencys unbetiteltes Album führt zudem nun zwei Stränge zusammen, indem “Thrill Jockey“ das Album des traditionsbewussten Jazzquartetts veröffentlicht.

Weltoffen, also grenzenlos und beschränkungsfrei, geladen mit positiver Energie, entstehen harmonisch und rhythmisch reiche, auch durchaus komplexe spontane Interaktionen über wandelbaren Motiven. Viel Improvisationsbeweglichkeit, wenig Kompositionsstarre. Große afro-amerikanische Musik, in der Tradition des Art Ensemble Of Chicago. Denn Frequency bezieht viele eher unterrepräsentierte Musikinstrumente und Hilfsmittel ins weite Spektrum mit ein. Viele Klangfarben ermöglichen, neben individuellen Fähigkeiten, subjektiv und gemeinschaftlich geteiltem Entdeckungsgeist, vermengt mit Enthusiasmus, kraftvoll gruppendynamische Spiel- und Schöpfungsprozesse.
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Es sind allerdings auch die ruhigen Passagen und Stücke, welche Frequencys freien Jazz auszeichnen. Besinnlich und melodisch sanft gleitet das Quartett beispielsweise durch das “Portrait Of Light“, welches, trotz seiner fast zaghaften und tastenden Grundstimmung, weniger zerbrechlich als leicht, von Luft getragen und beruhigend ausströmt. Ausdrucksstark sind auch die dissonanten, keineswegs destruktiven Reibungen, des gestrichenen Cellos auf “Fertility Dance“. Ansonsten demonstriert “Frequncy“, hell leuchtend und brillant, die beeindruckenden Energien der Gruppenimprovisation.
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T. Stalling http://www.thrilljockey.com - http://www.aacmchicago.org
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