 Keine Gnade. Das neueste Mitglied im Club aufstrebender Gitarrencombos
mit Debütalbum heißt The Rifles, die dazugehörige Platte "No Love
Lost". Orientierungspunkt sind im Fall der Londoner trotz greller
Cover-Aufmachung in Pink und Neon-Orange weder New Wave noch Punkrock,
sondern klassischer Britrock der späten Sechziger und Siebziger Jahre.
Klar, dass hier wenig bis nichts ganz Neues geht, im Vergleich zu den
muckigen Zutons aber (mit denen man sich auch Produzent Ian Broudie
teilt) punkten die Rifles mit erstaunlicher Hit-Dichte: stolze fünf der
elf Songs haben ein verdientes Leben als Single hinter sich, und deren
gerechte Verteilung über die Albumlänge sorgt dafür, dass "No Love
Lost"
bei aller Traditionsverbundenheit nie langweilig wird und die Band auch
live für dauerhaft gute Stimmung sorgt, wie sie gerade erst am frühen
Nachmittag beim Haldern-Festival unter Beweis gestellt hat. Ordentlich.Friedrich Reip
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