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Das Musical AIDA gastiert in Berlin 

08.08.2006

Mit der Verdi-Oper hat das Musical „Aida“ nur in groben Zügen den Handlungsinhalt gemeinsam. Tim Rice und Elton John haben sich ein weiteres Mal zusammengetan, um ein modernes Musical zu schaffen. Bereits mit „The Lion King“ zeigten die beiden, welch herausragendes Ergebnis ihre Zusammenarbeit erbringen kann. Im März 2000 konnte ihr zweites Musical „Aida“ am Broadway erstmals aufgeführt werden. Die Auszeichnungen ließen nicht lange auf sich warten, darunter ein Grammy- und vier Tony-Arwards. Schon ein Jahr später holte die Stage Entertainment das Stück in die Niederlande. Und am 5. Oktober 2003 fand die Deutschlandpremiere in Essen statt. Nach einem Gastspiel in Bremen und vor weiteren Stationen in Leipzig und Bregenz ist "Aida" bis zum 18. November im Theater des Westens in Berlin zu erleben.

Das Musical AIDA gastiert in BerlinDas Musical AIDA gastiert in BerlinDas Musical erzählt die Geschichte der unmöglichen Liebe zwischen dem ägyptischen Feldherrn Radames und der nubischen Prinzessin Aida. Der Stoff bietet einiges an emotionalem Potenzial. Die Intrigen am ägyptischen Hofe, der unbrechbare Freiheitswille der Nubier, die Schicksale des Krieges, vor allem eine unzerstörbare Liebe und Menschen, die über sich hinaus wachsen. Die Musik von Elton John ist wie erwähnt, völlig losgelöst vom klassischen Vorbild. Man erkennt deutlich den Stil des Komponisten, vor allem in den balladenhaften Gesangsstücken. Passend zur Handlung werden Musikstile darin verflochten. Nicht so exotisch wie bei „The Lion King“, aber dennoch wurde einiges vom Charakter „schwarzer“ Musik mit eingeflochten. Souliges, Rythm’n’Blues und gar gospelartige Ensemble-Stücke. Die Variationen durchlaufen die gesamte Bandbreite Elton Johns. Poppig fetzige Songs, rockiges und vor allem die bereits erwähnten Balladen. Vieles darin hat durchaus Hitcharakter und der eine oder andere Song des Konzeptalbums mit Interpreten wie Sting, Tina Turner oder den Spice Girls hätte es wahrlich zu einem Hit schaffen können.

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Das Musical AIDA gastiert in BerlinDas Musical AIDA gastiert in BerlinDie Texte von Tim Rice wurden wie so oft bei der deutschen Übersetzung von Michael Kunze übertragen. Das führt wieder zu einigen hölzernen Reimen. Leider muss man auch hier wieder sagen, diese Übersetzung nimmt den Gesangsstücken einiges an ihrer Wirkung, wie ich beim Vergleich mit der Broadway-Aufnahme festgestellt habe.

Gut zusammengestellt wirkt das Ensemble. Die drei Hauptrollen sind passend und mit gut ausgebildeten Darstellern besetzt. Aida wird von Ana Milva Gomes verkörpert und stimmlich ausgefüllt. In Essen hatte sie ihr erstes Musical-Engegement als Nehebka und als Cover der Aida-Rolle. Wie eine Newcomerin wirkt sie aber nicht im geringsten. Ebenfalls schon in Essen war Bernhard Forcher in der Rolle des Radames zu sehen. Genauso Bettina Mönch als Pharaonentochter Amneris. Das Beste wird aber vom gesamten Ensemble gegeben. Anders wären die Gruppengesänge und vor allem die beeindruckenden Tanzszenen nach der Choreographie von Wayne Cilento gar nicht in der Qualität umsetzbar. Der Charkter der Musik, die Dramartugie der Handlung und die choreographische Gestaltung bilden eine faszinierende Einheit.

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Das Musical AIDA gastiert in BerlinDas Musical AIDA gastiert in BerlinDie Inszenierung der Regisseure Robert Falls und Keith Batten zeichnet sich vor allem durch einen sehr spärlichen aber durchaus einfallsreichen Umgang mit Kulissen aus. Mit einfachen Mitteln werden Landschaftsbilder erzeugt, die zwar nicht sehr authentisch sind, aber durch ihre Gestaltung und vor allem ihre farbliche Gestaltung den emotionalen Gehalt der Handlung unterstützen. Leider ist mir der Ort der Handlung in einigen Szenen kaum ersichtlich geworden. So zum Beispiel wenn von dem in der Szenenfolge erwähnten Sklavenschiff nur symbolhafte Segel zu sehen sind. Auch hier sollte man jeden Vergleich mit der Oper von vornherein abstellen, wer eine opulente Umsetzung der triumphierenden Heimkehr oder der Hochzeit erwartet, würde enttäuscht. Wie gesagt, farbenfroh sind die verwendeten Elemente allemal, dies trifft auch für die fantasievollen und liebevoll gestalteten Kostüme zu. Meine letzte kritische Bemerkung zur Inszenierung gilt den recht lang geratenen gesprochenen Passagen. Wer die Handlung kennt, für den können hier Längen entstehen.

Mein Fazit, „Aida“ ist ein Musical, das besonders durch seine Musik und den Gehalt der Handlung besticht. Dieses Stück zeigt wie gute und gefühlvolle Unterhaltung funktionieren kann, ohne schwer oder gar bedrückend zu wirken.

Kai Schmidt

http://www.aida-on-tour.de - http://www.stage-entertainment.de

  • 05.08. - 18.11.2006 Berlin
  • 29.11.2006 - 20.01.2007 Leipzig
  • 27.01. - 04.03.2007 Bregenz
     
  • Top Ticket Line 0 18 05 / 44 44 (0,12 Euro/Minute)

 

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