 So stößt er vielleicht auf das Solo-Album "Rien Ne Vas Plus" von PatCash, der Ende der 90er bei der Moqui Marbles-Crew mitmischte. Dort hört er dann zwar keine Gangsta-Lines, aber leider immer noch zu viele Selbstbeweihräucherungshymnen á la "ich bin der beste Rapper". Aber solange Leute wie Samy, Dendemann oder Kool Savas das Mikro noch nicht abgegeben haben, sind solche Aussagen nur unglaubwürdig. Dass PatCash zwar rappen kann, aber manchmal an seinen Vergleichen feilen sollte, zeigt eine Zeile aus einem seiner Lovesongs: "Du ziehst mich magisch an wie Scheiße die Fliegen". Darüber hinaus gibt es das Übliche: Liebeslieder, Trennungslieder, Sinn-des-Lebens-Tracks und Wie-hart-das-Leben-ist-Songs. Das hört sich durch die sehr amerikanisch klingenden Beats mit vielen schön melodischen Soul-Samples durchaus angenehm an, vor allem die Beats von "Was ich will" oder "Baila"haben es in sich. "Du hast Stress" hat sogar eine nette Idee, das Vergleichen mit dem Erfolg vieler längst gestorbener Musiker von Elvis bis Biggie. Sehr überzeugend und eingängig ist auch "Das Los ist hart", was jedoch nur eine Kopie von Jay-Z's "Hard Knock Life" ist, inklusive einer fast wortwörtlichen Übersetzung des Refrains mit dem ohrwurmträchtigen Kinderchor. Allein dieser Song und die Beats heben das Album aus der Masse der 08/15-Rapper hinaus. Mal reinhören...
Robert Kneschke
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