 Dann kommt der Namenswechsel zu Madsen, die Lieder werden allgemeingültiger, weniger kritisch und die große Plattenfirma hört eine Single. Auf dem zweiten Alben "Goodbye Logik" nach ihrem Debütalbum "Madsen" ist dann vom Dreck der Anfangstage nichts mehr zu hören. Die Songs klingen glatt und sauber, selbst die mit verzerrten Gitarren und wenn ich nach dem Plattencover gehe, hat das Songschreiben im Kollektiv abgenommen und nur Sänger und Gitarrist Sebastian Madsen ist noch für Text und Musik verantwortlich. Auch der musikbusinesskritische Song "Jeanette" (über Jeanette Biedermann), der in den Anfangstagen von Madsen gerne live gespielt wurde, ist weder auf dem ersten noch auf diesem Album zu finden.Dadurch klingen sie aber wie so viele andere Deutschrockbands, die mit immer etwas zu viel Pathos und immer etwas zu wenig ausgefeilten Texten um die Gunst der jungen Mädchen werben. Aber trotzdem: Auch auf "Goodbye Logik" gibt es tolle Songs. Die Single "Du schreibst Geschichte" zählt in ihrem genormten Songformat eher nicht dazu, dafür umso mehr der Titelsong "Goodbye Logik", die Ballade "Der Moment" und auch das Lied "Ich rette die Welt", in dem zwar nicht verraten wird, wie Sebastian die Welt retten will, dafür aber einfühlsam besungen wird, wie er über die Rettung selbst denkt. Mir reicht das nicht, aber vielen anderen sicher allemal. Und wem die Platte zu sauber klingt, kann ja ein Konzert besuchen, bei dem die Songs erfahrungsgemäß immer rotziger als auf CD klingen.
Robert Kneschke
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