 Nach zwölf Jahren und acht Alben, in denen Kurt Wagner, der Songschreiber und Sänger des losen Kollektivs Lambchop, auf seiner Veranda in Nashville gesessen und beschrieben hat, was er sieht, ist er ins Haus gegangen und hat sich mit sich selbst beschäftigt. Und legt uns nun seine Beschädigungen offen. Und es sind seit dem letzten Doppelalbum offensichtlich einige dazu gekommen. Eine Frohnatur war Wagner noch nie, klang aber auch noch nie introvertierter als auf dem neunten Album „Damaged“.Die Band spielt dazu genauso ruhig und zerbrechlich wie auf ihrem Meisterwerk „Is a woman“, meist sind nur Klavier, Gitarre und Vibraphon zu hören, auf allem liegt viel Hall, als käme die Musik aus dem Jenseits. Jeder Song hat eine Overtüre und ein Finale und als die Songs soweit gereift waren, legte das Elektro-Duo Hands Off Cuba unaufdringliche elektronische Schlaufen über die Musik, ohne die Nähe zu Acts wie Wilco zu zerstören. Das Album strahlt Schwüle, Bewegungsstarre aus, die letzte Kraft ist zum Fühlen reserviert. Den Schmerz, den Verlust, die vertanen Chancen, abe auch ganz zaghaft die möglichen Alternativen. Hier legt einer seinen Wunden offen und salbt damit unsere. Verharren und zuhören. Johannes Mihram
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