 Das ist nicht mal abwertend gemeint. Wer die zwölf Balladen hört, merkt, dass hier jemand in der Liga eines Nat King Cole singt, nur eben über Roots-Reggae-Riddims statt mit Soul- und Swing-Begleitung. Im lesenwerten Essay von Harry Hawke im Booklet wird jedoch unterstrichen, dass es in anderen Musikgenres durchaus Musiker gibt, die nur von der gelungenen Interpretation von Liebesliedern leben, aber im Reggae wollen die Labels (zumindest die außerhalb Jamaikas) lieber Fotos vom Ghetto auf dem Cover. Damit kann Holt nicht dienen und vielleicht wurde ihm deshalb öfters der Ausverkaufsvorwurf gemacht.Doch das Album "Thousand Volts Of Holt" erschien schon 1973 und wurde jetzt, 2006, von Trojan Records neu herausgegeben. Wessen Musik über 30 Jahre nach Entstehung immer noch berühren und mitreißen kann, der braucht sich im solche Vorwürfe nicht mehr zu kümmern. Zu den zwölf Originalsongs gibt es als Bonus noch acht der Songs als "jamaikanische Mixe", die sich jedoch nur geringfügig von der Originalversion unterscheiden. Ein empfehlenswertes Album für die, die Reggae gerne zu zweit hören.
Robert Kneschke
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