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Ahmad Mansour - Public Domain 

29.06.2006

Live-Musik vermittelt Lebendigkeit. Selten kann allerdings ein Mitschnitt diese hinreichend dokumentieren. Doch hin und wieder gelingt es dann doch. Diese Konzertaufnahmen beispielsweise, “Public Domain“ betitelt, können es schaffen. Sie stellen den Gitarristen Ahmad Mansour und seine fabelhaft flexible Rhythmusgruppe, bestehend aus Drummer Ted Poor und dem Bassisten Stomu Takeishi, in die lange Tradition der vom Rock, Blues und Jazz beeinflussten, abenteuerlustigen und musikalisch offenen Power-Trios. Wie dereinst Cream, die Jimi Hendrix Experience und die darauf folgende Band Of Gypsies keine Berührungsängste kannte und niemals Stilvermischungen scheute, so streift auch das Trio, um den im Iran geborenen Gitarristen, wie selbstverständlich durch unterschiedliche Genres. Ihrem spontanem Einfallsreichtum vollkommen vertrauend, dabei locker und unverkrampft, wirbeln die drei Musiker durch fein ziselierte Hochgeschwindigkeits-Jazz-Funk-Fusionen, variable Blues-Rock-Einlagen, orientalische Meldoieführung - wie in “Up For Grabs“ -, dissonante Passagen des Tastens, welche an die hypnotisierenden Ausschweifungen und Zwischenspiele der Grateful Dead erinnern, flinkes Solo-Gewusel, freundliche Harmonien und sphärische Entspannungsphasen.

Ahmad Mansour - Public DomainAhmad Mansour - Public DomainAhmad Mansour versteht es, schwebende Appregio-Verbindungen auszulegen, ebenso luftig leichte Melodielinien und milde über zurückhaltende Bass- und Schlagzeug-Begleitung wehende Akkorde. Die Mehrzahl der insgesamt sieben in Genf aufgezeichneten Stücke beginnt mit zarten Gitarrentönen. Doch nach sanftem Beginn legen sich die Instrumentalisten erst richtig ins Zeug, entfalten ihre Eingebungen spannungsvoll, dynamisch und kraftvoll. Oft betonen die drei Musiker einen reduzierten Vierviertel-Groove, jedoch nur als Ausgangspunkt ihrer waghalsigen, stets glückenden Exkursionen, welche sie in rhythmisch komplexer geartete, recht vielschichtige, reich versponnene und originelle Improvisationen führt. Das Ahmad Mansour Trio dürfte jeden Abend verblüffend und begeisternd anders klingen, denn den schier pausenlos sprudelnden, glanzvoll inszenierten musikalischen Ideen sind bereits auf “Public Domain“ keine Grenzen gesetzt.

T. Stalling

http://www.ahmadmansour.com/

http://www.esc-records.de

 

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