 Herkömmliche Beschreibungen strafen selbst gegenwärtig spontanes Treiben, welches in der unmittelbaren Interaktion erblüht, zumeist weiter ab. Auch das neue Album des Project Z ist Schöngeistern wohl ein weiterer Dorn im Ohr, eine Aneinanderreihung wenig aussagekräftiger Ausschweifungen. Womit den Machern unrecht geschieht.
Daher sei darauf verwiesen, dass “Lincoln Memorial“ keinen standardisierten Jazz pflegt oder gemütlich von beschwingter Harmonie kündet. Das Project Z des amerikanischen Gitarristen Jimmy Herring spielt befreit auf. Mit viel Energie zelebriert das Quintett das Jetzt und dessen Flüchtigkeit. Die Improvisationen branden auf, toben, holen Atem, finden Ruhe, erhöhen den Pulsschlag wieder, geraten darauf in hektische Reibereien, schreien auf und bleiben in ihrem Sein stets unvorhersagbar.
Spontan entstehen Dialoge, Phrasen, spannende Gegenläufe und komplexe Grooves, ein dichtes Netz aus entfesselten Klangkörpern. Wenig zielgerichtet, dafür ungezügelt, prallen Akkorde und Cluster aufeinander.
Das Projekt bringt das Blut in Wallung, dauerhaft und intensiv: Es lebe die Freiheit.
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