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Evangelicals - So Gone 

28.06.2006

Müsste ich dieses Album in einem Wort beschreiben, es wäre "schräg". Oder "dissonant". Da helfen auch die spärlich eingestreuten ruhigen Passagen nicht, in denen die absolut unpassenden, nervtötenden Instrumente oder Geräusche verebben und einige Noten harmonisch aneinander gefügt werden. Denn nur wenig später wird das Tempo wieder angezogen, alles rauscht, ist verzerrt, holpert, stolpert, fiept, quietscht, klingt und das natürlich wild durcheinander.

Evangelicals - So GoneEvangelicals - So GoneWer weiß, was sich die drei Studenten aus Oklahoma gedacht haben, als sie die Evangelicals vor ca. einem Jahr gegründet hatten. "Lass uns eingängige Musik machen" wird es jedenfalls nicht gewesen sein. Wenn sie sich in einem Song wie beispielsweise "My Headache" beherrschen und ihn nicht durch Dissonanzen zerstören, wirkt das Lied einfach nur schleppend und eher wie eine improvisierte Jam-Session im Proberaum als ein fertiger Song.

Wer "So Gone" hörenswerte Aspekte abgewinnen will, sollte am besten durch jahrelanges Hören von Free Jazz, Björk und Boards Of Canada abgehärtet sein. Die Songs zerfasern, suchen ihre Struktur und hören auf, bevor sie diese gefunden haben. Das ist kein Musikteppich, sondern eine Geräuschkulisse. Da brauche ich nur das Fenster in der Großstadt aufmachen...

Robert Kneschke

http://www.misrarecords.com

 

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