 Kurz: Musikalisch liegen wir auf einer sehr ähnlichen Wellenlänge (auch wenn ich die erwähnten Guns'n'Roses beispielsweise nicht ausstehen kann) und das führt dazu, dass auch das ganze Album sehr, sehr sympathisch klingt.Die Beats der beiden Faderfetischisten locken schnell zum Mitnicken ein, sind meist positiv gestimmt und samplen auch mal alte Deutschrap-Scheiben. Ich dachte, die hätten alle schon vergessen. Dazu kommen die aufmunternden, überhaupt nicht sexistischen, gewaltverherrlichenden oder arroganten Texte der MCs Jack Junk Dean und Pete. Zu den herausragenden Songs gehört "Das ganz normale Chaos", in dem fast nur mit Verben im Infinitiv (ja, ihr Gangsta-Rapper, schlagt das mal nach!) der Tagesablauf eines Durchschnittsbürgers berappt wird, auch wenn Blumentopf mit ihrem Track "Manfred Mustermann" die Latte für dieses Thema so hoch gelegt haben, dass auch Kopfhörer nicht rankommen. "Stille Post" behandelt ebenfalls ein gern genommenes Thema, das Entstehen und Wachsen von unglaublichen Gerüchten. "Zeit für ne Single" zeigt, dass Kopfhörer locker einige jiggy Tracks aus dem Ärmel schütteln könnten, wenn sie sich auf das derzeitige HipHop-Charts-Niveau begeben würden. Seien wir sehr dankbar, dass die vier lieber weiterhin Rap mit Anspruch machen wollen. Also Belohnung sei das zweite Album "Zwischen den Stühlen" allen empfohlen, die sich für stressfreien Deutschrap interessieren.
Robert Kneschke
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