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Nachspiel, die zweite. Nouvelle Vague, das französische Duo mit wechselnden Sängerinnen und Instrumentalisten, überraschte mit seinem ersten Coverversionen-Album. Aus bekannten Liedern der Punk- und New Wave-Phase formte das Projekt eine liebliche Sammlung wohlig artikulierter Leichtigkeit.
So kam Licht ins Dunkel - zumindest scheinbar.
Selbst Joy Divisions unversöhnliche Ent-Liebeserklärung badete plötzlich in schimmernder Hoffnung und freigiebig gespendetem musikalischen Trost. Düstere und schroffe Klänge der Originale übersetzten französischer Charme und clevere Gewitztheit in die luftigen Gewänder von beschwingt rieselnder Kaffeehausmusik, Bossa Nova-Agilität und smoothen Jazz.
Die anziehende Kraft sanfter Stimmen vermochte zu erstaunen. Die raue Nervosität von Bands wie The Clash oder der Dead Kennedys war zugleich beseelt und entfremdet worden. Ein wahrer Kunstgriff.
 Grundlegende Veränderungen werden auf Nouvelle Vagues zweitem Album nicht vorgenommen. Man bleibt der stringenten Linie treu. Weiterhin besteht das Repertoire aus Liedern, welche ursprünglich in den späten Siebzigern und frühen Achtzigern veröffentlicht wurden. Diese Stücke interpretieren die französischen Verwandlungskünstler in lieblicher, swingender und schmeichelnder Annehmlichkeit. Aus dem power-poppig herzzerreißende “Ever Fallen In Love With Someone“ der legendären Buzzcocks strickt Nouvelle Vague eine tanzbare Latin-Ballade, New Orders“ erster Charterfolg, Blue Monday“, lehnt sich zurück und kommt vollkommen entspannt daher. Selbst die “Human Fly“ der Cramps entpuppt sich nun als kuscheliger Mutant.
Doch hinter weicher Harmlosigkeit bleiben die vielen Ursprungs-Abgründe erkennbar, klingen zumindest an. Denn Nouvelle Vague verwässern nicht oder verschleiern ernste Anliegen respektive Stoßrichtungen der Vorlagen. Sie handeln niveau- und respektvoll.
Das ist schon aller Ehren wert.
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T. Stalling
http://www.nouvellevague.com - http://www.peacefrog.com - http://www.pias.com
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