 Ohweh. Rechtzeitig zur Fußball-Weltmeisterschaft veröffentlicht Nelly
Furtado ihr drittes Album, das sich nach eigener Aussage im
wesentlichen darum dreht, sich sexy im eigenen Körper zu fühlen. Da
weiß
der Mann im Musikhörer ja gar nicht, wohin zuerst. Beim inoffiziell die
WM eröffnenden Fanfest in Berlin war das ja dank einem kostenlosen
Auftritt von Fräulein Furtado noch problemlos zu kombinieren, doch die
Songs zum Großereignis stammen diesmal von anderen Künstlern, und bei
jedem Highlights-Zusammenschnitt den Ton wegdrehen und die spannende
erste Single "Maneater" drüberlegen - das macht ja dann auch zuviel
Mühe.Was für Argumente gibt also "Loose" nun an die Hand, zu seinen
Gunsten
vielleicht ganz auf den Kommentar zum einen oder anderen Spiel zu
verzichten? Zunächst mal liegt die Eigeneinschätzung ziemlich richtig.
Die prallen, stets irgendwie unschuldigen Sommerpopnummern der
Vergangenheit bleiben genau dort, als Ersatz hat Nelly Furtado nun den
HipHop entdeckt: Producer-Riese Timbaland hat sich neben einem
persönlichen Feature auf dem knackigen "Promiscuous" auch des
Großteils der Songs produktionstechnisch angenommen. And it shows. die
Beats sind überraschend, vielfältig, aufregend. Natürlich gehören ein
paar Kuschelnummern dazu (u.a. ein Duett mit Crooner Juanes), aber
das
Timing stimmt, das Spiel mit dem HipHop wirkt nicht aufgesetzt, sondern
prägt klar den Charakter des Albums. Kein bisschen Schelte also, nur
lob
- was die Entscheidung in Sachen Fußballprogramm allerdings auch nicht
einfacher macht. Friedrich Reip
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