 Der Dortmunder Markus Mehr hat nach dem Rock’n’Roll gebuddelt und ihn gefunden. Nur um ihm dann seinen eigenen Stempel aufzudrücken und mit vielen elektronischen Spielereien sowie Funktönen anzureichern. Das Rezept funktioniert und rausgekommen ist eine Scheibe voller Charme. Ein Reigen von einem Dutzend frischer und frecher Songs erzählt Geschichten über einen von sich überzeugten Jesus, der nicht aufhören kann, seiner Lady zu vertickern, dass er der Cosmic-Lover sei, bis hin zu unartigen Mädchen. Mein Anspieltipp ist Lied Nummer fünf, „Bubbles“, das mit elektronischen Punk-Rock-Tönen vorprescht. „Cry for love“ ist die zweite Perle des Albums. Der Rest ist gut bis sehr gut – mal mehr in Richtung Rock, mal mehr in Richtung Funk, Elektronik oder Lounge. Eine gelungene Abwechslung also. Doch eine Warnung muss ich aussprechen: „Hello, how do you do?“ ist mein persönlicher Tiefpunkt von „A Hole Called Rock'n' Roll“. Die Strophen der Ballade und die Stimme von Markus Mehr erinnern zu sehr an eine der ranzigen Jon Bon Jovi-Balladen der Neunziger. Der Rest jedoch ist vollkommen frisch, locker, flockig und voller Aroma. Tanja Kellner
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