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Einige Musikschaffende entwerfen und produzieren ihr Material für den unbeschwerten Konsum. Schaltet das Publikum für den akustischen Endverbrauch das Radio ein oder lässt, per MTVIVA-sionellem Fernseher, von hektischen Bildfolgen umgebenes Liedgut auf sich einprasseln, muss es zwangsläufig den Eindruck gewinnen, dass populäre Musik unterhaltsames Gedudel ist, oftmals sogar austauschbares, steriles Geplänkel zwischen den Werbeblöcken. Zum Teil ist dies tatsächlich ein unwiderrufliches Faktum. Doch vegetiert, fernab der protzigen Fassaden multinationaler Unternehmen, unpopuläre Popularmusik – ihren „Ort“ zu bezeichnen, ging dereinst der Begriff Untergrund um. Jedes Genre fängt klein an und wird auch individualistisch und klein fortgeführt. Denn im kuscheligen Rahmen des „Untergrund“-Verstecks, einer notwendigen Nische für Querschläge und Selbstverwirklichung, sind Visionen realisierbar, Grenzüberschreitungen und Experimente annehmbare Erscheinungen. Selbst böse tönende, ernsthaft ausgerichtete Musik, wie die des niederländisch-amerikanischen Quartetts Das Oath, kann im Miniatur-Musik-Business Ohren und Gehirne erreichen.
 Welch eine Gemeinheit ist ihr titelloses Kurzwerk. Krach und Wut verbunden, ohne Rücksicht. Heftig. Ungebremste Aggression in Liedform. Brachial. Geballte Energie, wüst und metallisch, ein Zusammenkommen von berstendem Noise-Rock und schrillem Hardcore-Punk.
Das Oath schaffen einen weiteren gemeinen Grobklotz, mit vielen winzig kleinen schmerzhaften Details. Zersplitterte Annehmlichkeiten spiegeln Verletzungen wider und fügen sie zu. Kurzlieder, aus unzähligen unruhigen und hässlichen Partikeln zusammengefügt, von Melodien vorsätzlich befreit, mit Schleifpapier und Trennschleifer, mit Schmiedehammer und bloßen Händen, wollen scheinbar pausenlos Gepeinigten laut und ausdrücklich aus der Seele sprechen.
Das Mittel zum Zweck: High-Speed-Kakophonien.
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Tobias Stalling http://www.dasoathdasoath.com
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