 "The Many Facets Of" ist ein vielerlei Hinsicht ein Oldschool-HipHop-Album, auch wenn es 2006 erscheint. Hier geht es weniger um die Rap-Skills, den Flow und die fetten Beats, bei denen der Inhalt eher Füllwerk ist, sondern das Gegenteil ist der Fall: Der Flow ist ziemlich einfach und gradlinig, die Stimme immer leicht lispelnd, die Beats sind funktional, gut anhörbar, aber vor allem dazu da, die Geschichten, die erzählt werden, zu untermalen.In "Raymond Cist" geht es um die rassistische Mehrheitsgesellschaft in Großbritannien, "A Song For Troy" ist ein liebevolles Lied über die Erziehung seines Sohnes, "Home" hingegen erzählt von der Ankunft seiner jamaikanischen Eltern in London und Travis' eigener Kindheit. So geht das vierzehn Songs lang und das frühe Konzept von HipHop als Sprachrohr ungehörter Minderheiten erfüllt hier perfekt seine Funktion. Respekt!
Robert Kneschke
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