|
Retter Rick Rubin. Nachdem er schon Johnny Cash zu spätem Ruhm verhalf, produzierte er nun für Neil Diamond mit „12 Songs“ dessen bestes Album seit 30 Jahren. Und die Rechnung scheint aufzugehen: Momentan steht „12 Songs“ bei Amazon auf Verkaufsrang 2. Dabei war Diamond noch vor kurzem alles andere als cool, wie er in Paillettenkostümen in Schmalz getränkte Schlager darbot. Nun ist alles anders: Rubin setzte Diamond auf einen Hocker, drückte ihm eine Gitarre in die Hand, stellte ein paar hochklassige Musiker daneben – alles auf das Wesentliche reduziert, im Fokus immer Diamonds Gesang und Gitarrenspiel.
 Dass die Formel (zurecht) in Vergessenheit geratener, älterer Künstler, Mentor, reduzierte Produktion auf künstlerischer wie kommerzieller Ebene funktioniert, haben nach dem Donnerschlag von Cashs „American Recordings“ auch Marianne Faithfull, Loretta Lynn oder Nancy Sinatra bewiesen. Doch im Unterschied zu ihnen stammen alle „12 Songs“ sowie die beiden Bonustracks aus Diamonds eigener Feder und sind für dieses Album geschrieben worden. Derart reduziert weiß Diamond zu berühren, in Songs wie „Hell yeah“, „Captain of shipwreck“ oder „I’m on to you“. Daneben finden sich leider aber auch Füller der Sorte „Delirious love“, das auch als Bonustrack mit Brian Wilson leider nicht besser wird. Und auch die Abgründe Cashs sucht man beim Frauenversteher Diamond noch vergeblich. Doch es bleibt ein warmes, sehr schönes Album, und auch Cash wuchs erst mit den letzten beiden „American Recordings“ zur wahren Größe.Johannes Mihram
|
http://www.neildiamond.com http://www.columbiarecords.com
  | Cd(s) bei amazon.de kaufen bzw. vorbestellen... |
|
  |