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Alles so kompliziert, so aufwühlend, so unverständlich. Aus der Verwirrung entsteht Energie, diese steckt in “The Night Don Benito Saved My Life“. Verteilt auf elf pulsierende, aneckende, kratzige und phasenweise verschnaufende “Post-Core“-Ausbrüche, denen Bands wie North Of America auf den Weg geholfen haben. Es darf rüde rocken, doch eigene Schwächen und Zweifel eingestehend, welche nie verschwinden, entstehen Brüche, Vertracktheiten, wird es mitunter leise und grüblerisch, gibt es Haken an der ganzen Sache. Zum Kräftemessen verlassen This Ain’t Vegas ihr Zuhause niemals, sie bleiben bewusst angreifbar, spüren eigener, in Emotionalität und Ratio-Distanz auszudrückender Unzulänglichkeit nach. Wirr und direkt zugleich umspielt “The Night Don Benito Saved My Life“ die Misere der unbegreiflichen Gegenwart. Den Jüngsten lehren Autoritäten Ethik und Moral, dann muss das alternde Individuum weltweit Kriege bezeugen. Doch auch abseits der Kausalperspektive werden Schlachten ausgefochten, bleibt kaum mehr als Streit einzige Konstante.

Keine Besserung in Sicht, die Welt ist schlecht. Mit “The Night Don Benito Saved My Life” schreien vier Briten dagegen an, lehnen sich gemeinsam auf, scheinen sich im eigenen Stimmengewirr und flirrenden Gitarren verlieren zu können. Doch dies ist ihr chaotischer Ausweg, auf welchem sie immer wieder aus dem Gewühl auftauchen, das intensive Durcheinander packend pointieren, das instrumentale Stottern und aggressive Zetern glätten, die kräftig schüttelnde klare Linie finden, den ungebrochenen Akkord ausklingen lassen und harmonische Wendungen ebenso. Wenigstens eine gute Nachricht…
Tobias Stalling http://www.thisaintvegas.co.uk - http://www.jealousrecords.com/main.html
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