 Auch ohne das "The" vor dem Bandnamen reihen sie sich akustisch problemlos in eine Linie mit Bands wie The Libertines, The Others, The Dead 60s, Mando Diao, Bloc Party, Maximo Park und... ach, wie sie alle heißen. Selbst Fans dieser Brit-Rockgruppen müssen mittlerweile zugeben, dass es ihnen schwer fällt, diesen Gitarrenbrei auseinander zu halten. Wer bei all diesen Bands das Wort "neu" benutzt, hat entweder keine Plattensammlung zu Hause oder die letzten vierzig Jahre auf einer Insel zugebracht, die nicht britisch ist.Das bedeutet jedoch noch lange nicht, dass diese Bands schlecht klingen müssen. Schrammelig ja, manchmal mehr Geschrei als Gesang, paar Dissonanzen dabei und - ganz wichtig - immer sehr laut, aber nicht zwangsweise schlecht. Die Arctic Monkeys haben es sogar geschafft, den unzähligen Liebesliedern eine weitere Variation mit "I Bet You Look Good On The Dancefloor" hinzuzufügen. Es ist nun mal schwer, mit der "klassischen" Bandbesetzung Gitarre, Gesang, Bass und Schlagzeug einen Sound zu spielen, der sich von den All-Time-Vorbildern The Beatles, The Rolling Stones oder den Sex Pistols unterscheidet. Das zusammengenommen - die Melodien der Pilzköpfe, der Groove der Stones (der ja schon von den schwarzen Vorbilder abgeschaut wurde) und die Aggression der Sex Pistols - ergeben das, was heute als Patentrezept für musikalischen Erfolg gelten muss. Morgen kann es schon wieder anders sein, denn da die 90er Jahre bald lange genug zurück liegen, um ein Revival zu feiern, wird in Zukunft sicher wieder vermehrt elektronische Tanzmusik die Aufmerksamkeit auf sich ziehen. Deshalb genießt die Zeit mit den Arctic Monkeys, den The-Bands und all den Kopien der Kopien. Irgendwie müssen wir uns ja die Zeit bis zum nächsten Original vertreiben...
Robert Kneschke
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