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Tori Amos - The Original Bootlegs |
06.02.2006
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Der Titel „The Original Bootlegs“ führt erst einmal etwas in die Irre, denn diese Bootlegs wurden offiziell veröffentlicht und sind von bestechendem Klang. Bei sechs Konzerten in den USA und England zwischen April und August 2005 aufgezeichnet, decken sie die komplette Discographie von Tori Amos ab. Bis auf das Konzert in London, bei dem zu einigen Songs ein überflüssiger Gospelchor mit auf der Bühne stand, gibt es allein Tori zwischen Klavier und Orgel. Mal das eine spielend, mal das andere und immer wieder auch beide zugleich. Der Schwerpunkt liegt auf dem letzten Studioalbum „The beekeeper“, das nach drei schwächeren Alben wieder betörend war, wenn Tori auch nie wieder so abgründig sein wird wie auf ihren ersten drei Alben. Sie ist mit sich selbst im reinen und das hört man auch auf „The Original bootlegs“. Sie interagiert charmant mit dem Publikum und macht immer wieder Scherze.
 Jeden Abend gibt es eine andere Setlist, und auch wenn einige Songs mehrfach auf den CDs sind, wird es nie langweilig, denn die Sängerin interpretiert sie jedes mal neu. „Cool on your island“ zwingt mich auch in der dritten Version in die Knie und „Winter“ raubt mir noch 14 Jahre nach der ersten Veröffentlichung noch den Atem. Nur in seltenen Momenten, wenn sie in ihre Toriismen – das Gurren, das Kieksen, die überschlagende Stimme – fällt, bleibt die Berührung aus.
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 Herzstück jedes Konzertes und auch auf „The Original Bootlegs“ sind die originellen Coverversionen, immer speziell auf den jeweiligen Konzertort zugeschnitten, meist, weil der Urheber des Originals daher stammt. In Manchester erzählt Tori Amos zunächst in einer witzigen Anekdote, weshalb sie keinen Song der Smiths spielt, um dann „Don’t look back in anger“ von Oasis anzustimmen. In Los Angeles, der Hauptstadt des 80er-Jahre-Haarspray-Metals, singt sie Bon Jovis „Livin’ on a prayer“ und das im Original von Bonnie Tyler verhunzte „Total eclipse of the heart“ lässt in Toris Bostoner Version meine Nackenhaare Männchen machen. Egal, welchen Song Tori Amos interpretiert – er wird zu ihrem eigenen.
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 Trotz beeindruckender Setlist- ein Fan vermisst immer einige seiner persönlichen Favoriten. „A sorta fairytale“ fehlt genauso schmerzlich wie „Northern lad“ und „Past the mission“, doch bei einer beeindruckenden Discographie wie der von Tori Amos bleiben immer Wünsche offen. Wer sich langsam vorarbeiten will, kann die Doppelalben auch einzeln erwerben, muss dann allerdings auf den hübschen Pappschuber verzichten, der die Sammlung zusammenhält. Das wäre schade, denn hat man eine CD gehört, will man die anderen elf sowieso haben.Johannes Mihram
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