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Editors im Track-by-Track zu The Back Room 

02.02.2006

"The Back Room", das großartige Debüt der britischen Edel-Indiecombo Editors, ist zwar mittlerweile ein gutes halbes Jahr alt; da die Band aber so frei ist, dankenswerterweise ein zweites Mal für eine Handvoll Gigs nach Deutschland zu kommen, darf man sich getrost auch jetzt noch Zeit für die Platte nehmen - so wie Sänger Tom Smith und Gitarrist Chris Urbanowicz, die im "Back Room" des Dresdener Star Clubs bereitwillig Auskunft zu den einzelnen Songs gaben...

Editors im Track-by-Track zu The Back RoomEditors im Track-by-Track zu The Back RoomLights

Tom: "Der Song starter sehr direkt und unvermittelt, wir wollten keine Zeit vergeuden, sondern den Leuten quasi ins Gesicht springen. Manche Leute starten die Platte sogar erneut, weil sie denken, etwas verpasst zu haben. Inhaltlich geht es hier um Unsicherheiten, die wohl jeder hin und wieder hat."

Chris: "Ein relativ alter Song, der auch noch punkiger klingt. Auch eins der ersten Stücke, die wir nach unserem gemeinschaftlichen Umzug nach Birmingham geschrieben haben."

Munich

Chris: "Unser größter Hit in England, der das Album so um Weihnachten herum erst so richtig ins Rollen gebracht hat, obwohl es schon fast ein halbes Jahr alt war. Auf einmal hielt uns jeder für eine 'große Band' - während wir durch Europa und die USA tourten und das alles erst gar nicht so richtig mitbekamen. Einer der ersten Songs, bei denen einfach alles gestimmt hat - definitiv ein Hit!"

Tom: "Ein Song voll von Melodien. Der Titel hat übrigens - genau wie unser Bandname - keinen konkreten Bezug. Hin und wieder schreibe ich Worte und Namen auf, die ich mir gut als Songtitel vorstellen kann. Es ist wie ein Stempel, der eben zu dem passt, was wir tun."

Blood

Tom: "Mit diesem Song sieht es in vieler Hinsicht ziemlich ähnlich aus wie mit 'Munich' - auf jeden Fall hat er den größten Refrain auf der Platte, und die Lyrics sind vermutlich die düstersten - obwohl sie letztlich auch Optimismus ausstrahlen. Es geht um Leute, von denen du denkst, dass sie nichts mit dir gemein haben, zum Beispiel am Ende von Beziehungen."

Chris: "Das Stück hat einen Dancefloor-Hintergrund - eigentlich ist es eine verrückte, aufregende Tanznummer mit einem Rock'n'Roll-Song oben drauf. Auf jeden fall ein echter Live-Favorit."

Fall

Tom: "Die erste Ballade auf der Platte. Für die Mädchen." (lacht) Chris: "Obwohl wir diesen Song mehrmals aufgenommen haben, hat er sich eigentlich nicht so sehr verändert. Noch eins unserer ganz, ganz alten Stücke, die aus der Zeit stammen, als wir noch an der Universität waren und auf, naja, 'geliehenem' Equipment unsere ersten Demos aufnahmen." Tom: "Einer der Songs, bei denen es die Leute wirklich lieben mitzusingen! So eine Festivalnummer, wo du das Publikum den Refrain singen lassen kannst. Dabei ist es eigentlich gar kein klassischer, gewöhnlicher Song, mit diesem sehr langen Outro, das ständig größer und größer wird."

Chris: "Das erinnert mich sehr an unsere frühen Tage, als es noch gar nicht um Singles ging, sondern nur um Dynamik - einen Song gegen Ende aufzubrechen und in immer weitere Crescendi aufzulösen. Wir haben immer gesagt, ein gutes Outro können wir immer schreiben." (allgemeines lautes Auflachen)

All Sparks

Tom: "Ein Kopfnicker. Wir haben auch gerade gestern das dazu passende Video abgedreht, in einem Studio in Amsterdam."

Chris: "Wir hatten auch eine großartige Zeit bei der Aufnahme. Unsere nächste Single - letztlich hätte es der Song aber trotzdem beinahe nicht auf die Platte geschafft. Es war das letzte Stück, das wir geschrieben hatten und wir wussten lange nicht so recht, was es eigentlich war."

Camera

Tom: "Der Song war anfangs 'Munich' sehr ähnlich. Er war zwar gut, aber nie großartig, weswegen wir irgendwann beschlossen, ihn komplett auseinander zu nehmen und ihn neu aufzubauen, entschlackt, langsamer, fast monoton." Chris: "Und so hat er dann Sinn gemacht, Stück für Stück."

Fingers In The Factories

Tom: "So nahe am Punk wie sonst keiner unserer Songs."

Chris. "Er ist auch relativ einfach zu spielen, so dass man gut auf der Bühne abgehen kann. Immer die letzte Nummer in unserem Set."

Bullets

Tom: "Unsere erste Veröffentlichung."

Chris: "Sogar das erste Demo, das wir verschickt haben!"

Tom: "Da steckt eine Menge Rausch und Adrenalin drin, große Gitarren und große Drums - ein Song zum Faust-in-die-Luft-Boxen! Textlich steckt auch hier hinter unheilvollen Worten Optimismus, auch wenn viele Leute das nicht zu merken scheinen. Viele halten uns wohl für ziemlich düstere Typen."

Someone Says

Chris: "Ein Barbecue-Song."

Tom: "Stimmt. Erinnert mich an eine Sommerplatte - ich weiß nicht, wieso." Chris: "Eines unserer poppigsten Stücke, weswegen ich manchmal denke, dass wir ihn nicht gut genug aufgenommen haben, weil er eigentlich eine Singlle sein müsste. Aber ich liebe den Song, ich liebe ihn wirklich."

Open Your Arms

Tom: "Die große Nummer zum Abschluss des Albums - auch wenn es nicht das letzte Stück ist. Es lässt sich Zeit, hetzt nicht, um auf den Punkt zu kommen - und hat eine dunkle Schönheit an sich. Am Schluss gibt es dieses riesige Crescendo, das sich zu einer Art orgasmischem Höhepunkt steigert - was live fucking brilliant ist!"

Chris: "Unser großes Outro." (erneut allgemeines Gelächter)

Distance

Chris: "Wie auch live hören wir nie mit der ganz großen Nummer auf. Wir wollten ‚Open Your Arms' nicht am Ende der Platte haben, da es dich sonst vielleicht ein bisschen ratlos zurücklässt. Stattdessen gleitet es in ‚Distance' über, eine Art Heimfahrt oder Gute-Nacht-Kuss, nach dem man sich am nächsten Morgen vielleicht wieder sieht..."

Ganz bestimmt sogar.

Das Interview führte Friedrich Reip.

http://www.editorsofficial.com

  • 14.02.2006 Bielefeld - Forum
  • 20.02.2006 Bochum - Bhf. Laungendeer

 

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