 Das neue, dritte Album der Liars ist im positiven Sinn eine
zweischneidige Sache. Man kennt die ursprünglich aus New York
stammende,
mittlerweile aber nach Berlin umgezogence Combo als Krachmacher par
excellence, vor allem "They Were Wrong, So We Drowned" war eine
vielklingendes, wilde Lärmorgie, die sich konsequent jeder
unmittelbaren
Liebhaberei entzog, dafür aber in the long run umso ehrlichere
Begeisterung provozierte. Manchen sagten gar "Punk" dazu."Drum's Not Dead" fängt nun zwei Jahre später an, wo "They Were
Wrong"
ganz sicher nicht aufgehört hat: es macht in stiller, bisweilen
verklärter Klangmalerei. Freilich wirkt das ein wenig programmatisch -
dort böllerndes Inferno, hier auf stumm geschaltete Unterwasserwelt -
ist aber für sich erst mal schon noch interessant. Was man von der
Platte unterm Strich dann aber doch nicht sagen mag - zwar gibt es den
einen oder anderen versteckten Sound zu entdecken, einen kompletten
Song
findet man aber nirgendwo. Manche sagen vermutlich auch dazu "Punk." Schließlich aber zur Zweischneidigkeit - und der guten Seite, wenn man
so will: sie kommt in Form einer zweiten Scheibe (die fest ins Konzept
gehört und für die somit auch kein Aufpreis fällig wird), auf der sich
nicht weniger als drei Visualisierungen des kompletten Albums befinden
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die "Drum's Not Dead" letztlich in dem Licht leuchten lassen, in das es
gehört: das der großen, leider immer noch allzu wenig umkämpften Bühne
des Videosoundtracks. Friedrich Reip
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