 Konsequenterweise war der Nachfolger "Take A Look In The Mirror"
somit, gelinde gesagt, ein Schritt zurück. Sagen wir - zwei Schritte.
Die Band um Sänger Jonathan Davis machte plötzlich genau die Art
Musik, von der man sich mit "Untouchables" gekonnt distanziert hatte -
einfallslosen, stumpfen Rüpelrock.Nach dem trotz frischem Bonusmaterial eher außer Konkurrenz laufenden
"Greatest Hits"-Best-Of durfte man dem neuen Material der Band also
mit besonderer Spannung entgegen sehen. Und man darf begeistert sein -
"See You On The Other Side" zeigt Korn wieder in vollen Kräften: kein
Song, dessen Rhythmische Struktur nicht permanent dekonstruiert würde,
kein Moment der Ruhe, der nicht durch die eine oder andere Wendung in
die überwältigende Wucht des Grundduktus zurückgeführt würde.
Überhaupt,
Ruhe - mehr denn je zuvor lassen sich Korn Zeit für die
Weiterentwicklung einer düsteren Atmosphäre auch in scheinbar stillere
Sphären. Aufgehängt ist das Ganze an einer Reihe musikalischer Themen,
die über den Verlauf der 14 Songs wiederholt aufgegriffen und variiert
werden und dem Album so einen annähernd konzeptionellen Charakter
verschaffen, der Tiefe und Spannung auch auf lange Zeit verspricht. Korn sind mit "See You On The Other Side" wieder auf der Spur, auf die
sie gehören. Man kann nur hoffen, dass das so bleibt. Friedrich Reip
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