|
Kummer, gesenktes Haupt voller Schwermut, in Beziehungsangelegenheiten erstens nur Pech und dann, zweitens, auch noch zusätzlich Unglück. So taumeln The Wrens von einer Herz-Katastrophe in die nächste. Das kann böse enden. Vorerst übersetzt das Quartett allerdings diese niederschlagenden Erfahrungen ganz wundervoll. Aus emotional zerfetzendem Kopf-Salat zaubert diese Band strahlend schöne und erleuchtende Balladen, Gitarren-Pop- und Rock-Songs. Greg, Kevin, Charles und Jerry sitzen im hoffnungslos entweiblichten Schulden-Schuld-Haus. Sie weinen den Gegangenen nach, denn sie haben alles mitgenommen, was lieb und teuer war. Es bleibt die Erinnerung, neben der lied-lichen Aufarbeitungsaufgabe. Wenigstens letztere gelingt, wie erwähnt, besonders gut.
 Zwischendurch verlassen die vier gebrochenen Herzen die Couch und jammern wohlklingend auf der Veranda weiter, obwohl die Insekten penetrant zirpen und summen. Die Unmöglichkeit zu vergessen produziert eine schöne Melodie nach der anderen, fördert mehrstimmigen Gesang und teilt den Schmerz – zumindest mit uns. Melancholisch vertonte Innerlichkeit ohne Ausflüchte ist der erste Schritt zu Wohlbefinden. Sie haben ja noch sich selbst. Und ihre Musik.
Irgendetwas müssen diese vier Gestraften schließlich richtig machen, um dem Leben Sinn abgewinnen zu können.
|
Tobias Stalling http://www.wrens.com/
  | Cd(s) bei amazon.de kaufen bzw. vorbestellen... |
|
  |