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Lyn Leon - Private Pop 

03.12.2005

Welch ein Titel! "Private Pop" als Titel klingt, etwas näher betrachtet, doch eher widersprüchlich. Pop als Musik für viele soll privat sein, Einblicke geben? Ist es nicht gerade die Eigenart des Pop, dass er versucht, an der Oberfläche zu bleiben, zu unterhalten, ohne wirklich zu berühren? Gut, lassen wir den Titel und gehen weiter.

Lyn Leon - Private PopLyn Leon - Private PopFakt ist, dass das neue Album von Lyn Leon gerade erschienen ist und den erwähnten Titel trägt. Seichte Popsongs, elektronisch untermalt und mit weicher Stimme besungen, kann der geneigte Hörer darauf entdecken. Besondere Erwähnung sollte finden, dass die Musiker Stephan Diethelm und Matthias Eser, die der Sängerin Carolyn Leonhart so wundervoll atmosphärische Untermalungen kreieren, viel mit Glas arbeiten. "Transparente Soundteppiche" könnte der Kritiker jetzt leicht sarkastisch einwerfen, wäre er nicht unvoreingenommen. Leider bekommt man als Hörer vom gläsernen Unterbau der Musik nicht viel mit. Als Rezensent schon, schliesslich wird in der Presseinformation viel Wert auf Vollständigkeit und eben auch darauf gelegt, dass viele der gläsernen Instrumente extra für Lyn Leon entwickelt wurden. Nun ja, klingt wie ein nettes Extra und im Konzert macht es sicher Eindruck.

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Lyn Leon - Private PopLyn Leon - Private PopSo bleibt vorerst nur die Musik als relevante Ebene. Das Glas klammern wir aus und konzentrieren uns lieber auf die zarte Stimme der Sängerin. Einige Assoziationen kommen sofort beim ersten Hören auf, Lisa Ekdahl weniger jazzig z.B., oder Christina Lux etwas beatlastig-elektronischer. Andere kommen von Leonharts Webseite, wo ein Vergleich mit Ella Fitzgerald nahegelegt wird, der dem Rezensenten dann doch noch etwas weit hergeholt erscheint. Die Musik ist an der Oberfläche leise, mit sexy-schönem Gesang und vielen kleinen Sound-Details. Schlagzeug und Elektrobeats, die angenehm unaufdringlich eingesetzt werden, zeigen dennoch das feste Fundament. Von diesem entfernt sich auch kein Stück wirklich weit. Egal ob man "Little more", "The Old Dog's Song" oder irgendein anderes Lied des Albums nimmt, der Hörer wird stets umgarnt von seichten Klangbögen, die Leonhart gekonnt um die rythmisch-beherschenden Strukturen der begleitenden Percussionisten herum entwickelt.

Insgesamt eine sehr angenehme Platte, die durchaus häufiger im CD-Spieler landen könnte, obwohl das einmalig aufsehenerregende, bezugsbildende Erlebnis noch aussteht. Aber vielleicht höre ich demnächst ja die Gläser klingen.

Ralf

http://www.lynleon.com

http://www.carolynleonhart.com

 

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