|
Ätherisch weht “er“, ist eine zarte Brise aus ambivalenter, pollengleich getragener Weichheit, aus akustischen Schwebeteilen, mäandernden Partikelverschiebungen: “Softer“. Selbst den Beat reduziert “er“ bisweilen auf einen organischen Puls, umschmeichelt, durchflutet von melancholischer Leichtigkeit hallender Sphärenklänge und stratosphärischen Trompeten-Melodie-Kürzeln.
 Molvaer bezieht Programmierung und elektronische Schallerzeugung noch stärker in seinen behutsamen Stilmix ein. Er windet sich in atmenden Synthie-Wolken, braucht nur wenige Töne. Getragen steigen sie auf, ins Firmament, können andernteils sanft fallen, wie Regen-“Water“. Ohne Eile tröpfelt es, wie in Zeitlupe, langsam rinnen winzige Flüsse an der Fensterscheibe herab. Hohe Töne sind selten, Molvaer schleicht sich an die wenigen heran, verleiht ihnen auf sanfte Weise und verhallt Nachdruck.Niedrig ist auch die Grundgeschwindigkeit, im Reggae-Feel oder als lasziver Downtempo-Funk kommen diese ausgeklügelten Tracks. Die Jazzmoderne des Skandinaviers braucht digitale Verfremdung, verliert dabei allerdings keine individuelle Eigenheit. Davor bewahrt der charakteristische, zärtliche, analytisch kühle Ton Molvaer’s, ebenso der soul-volle Gesang von Stücken wie “Only These Things Count“. .
|

Molvaer komprimiert Jazz, bedarf keiner atemberaubenden Soloeinlagen oder Skalenraserei. In der Beschränkung verleiht er seinen Tönen und Linien Aussagekraft. Durch Reduktion erreicht er Prägnanz. Dies gilt für den Gesamtzusammenhang.Rhythmusgerüste speisen die Programmierungen aus verschiedenen Quellen, doch unmerklich. Überhaupt ist die sensible Verbindung der einander ansonsten widerstrebenden Einzelteile besonders gelungen. Statt eines schroff arrangierten oder reibungsreichen Aufeinandertreffens in der Weise stilistischer Auffahrunfälle, erschafft “er“ ein Zusammenkommen, eine Fusion.
|
T. Stalling http://www.nilspettermolvaer.com - http://www.jazzecho.de
  | Cd(s) bei amazon.de kaufen bzw. vorbestellen... |
|
  |