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Bericht vom 10. Chansonfest in Berlin 

20.10.2005

Bericht vom 10. Chansonfest in BerlinBericht vom 10. Chansonfest in BerlinVom 27. September bis zum 3. Oktober fand in Berlin zum 10. Mal das Chansonfest statt. Noch nie dauerte das Chansonfest über eine ganze Woche und noch nie konnten somit so viele Künstler daran teilnehmen. Die Auswahl der vertretenen Künstler war eine exzellente Mischung aus mehr als bekannten Namen und sehr vielversprechendem Nachwuchs.

Veranstaltungsort war das Ballhaus Mitte, ehemals Clärchens Ballhaus. Leider keine allzu gute Wahl: Ein wenig ansprechendes Ambiente, mit unfreundlichem Bedienpersonal, welches auch während der Darstellung lautstarke Betriebsamkeit dokumentierte. Die Bühne wirkte unglaublich provisorisch und war gleich neben dem Eingang denkbar ungünstig positioniert.

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Bericht vom 10. Chansonfest in BerlinBericht vom 10. Chansonfest in BerlinGleich am Eröffnungstag sorgte der Name Georgette Dee für ein ausverkauftes Haus. Ihr stand dann auch mehr als die Hälfte des Abendprogramms zur Verfügung. Leider sind die besten Zeiten der Diva längst vorbei und so ist schwer zu sagen, wo wahre Begeisterung durch Achtungsbekundungen abgelöst wurden. Ich war froh, dass der erste Teil des Abends durch die A’cappella-Band Pitch Pipe Project und Kitty Hoff aufgelockert wurde.

Martina Brandl begeisterte mit gewohntem Witz und durchaus ernsthaften Liedern, in der Begleitung von drei Musikern. Trotz mehrerer veröffentlichter CD’s gehört Dota, die Kleingeldprinzessin noch zu den Insidertipps der jungen Fans. Eine verdiente Ikone der Chansonszene ist Cora Frost, die das Ballhaus zum Ende des Abends wieder in ein Tanzlokal verwandelte.

Gleich ein ganzer rockiger Abend stand Ulla Meinecke zur Verfügung. Zu vertretenen Institutionen der Chanson-Szene gehörten zum Beispiel auch Popette Betancor, Pigor & Eichhorn. Eher in den Grenzbereich zum Chanson gehören dagegen Luci van Org oder Katharina Franck. Aber die Grenzen waren auch in den vergangen Jahren nicht allzu starr gehalten worden, was dem Festival sicher nicht geschadet hat.

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Bericht vom 10. Chansonfest in BerlinBericht vom 10. Chansonfest in BerlinModeriert wurden alle Abende von der Veranstalterin Tanja Ries selbst. Mit ihrer sanften, verhaltenen Art sagte sie die Künstler an. Ich hätte mir von ihr allerdings etwas mehr unterhaltsame Plaudereinen gewünscht. Doch einige Abende schienen unter erheblichem Zeitdruck durch nachfolgende Veranstaltungen im Ballhaus zu stehen. So wurde ein Teil der Künstler auch um nachdrücklich vom Publikum geforderte Zugaben gebracht – schade.

Das 10. Chansonfest war ein bunter und unterhaltsamer Beleg der vielfältigen deutschen Kleinkunstszene. Ich kann mir nur wünschen, dass es noch viele weitere Festivals folgen, die Künstlern die Möglichkeit geben ihre Bandbreite zu präsentieren und den Kunstinteressierten diese zu genießen. Aber bitte an einem anderen Ort.

Kai Schmidt

http://www.chansonfest-berlin.de

 

 

 

 


 

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