 So auch auf dem Album "Third World Animal" von Iron African. Letzterer ist Produzent und Rapper aus Uganda und lebt in Schweden. Wie auch die unbestritten beste HipHop-Gruppe Schwedens, Looptroop, rappt Iron African auf englisch und scheut nicht vor politischen Themen zurück. Mehr noch, Zustandsbeschreibungen und politische Forderungen machen den Großteil der 16 Songs aus.Als Referenz an den Herrscher von Afrikas Tierwelt wird der Hörer mit dem Brüllen eines Löwen auf der CD begrüßt, der ihn schon auf dem Cover zu drohen scheint. Weiter geht es mit einem Piano-Sample-Beat, der schon für den Mary J. Blidge-Remix "I Love You" herhalten musste, aber immer noch nicht abgenutzt klingt. Im dritten Song wird der Hörer mit "Welcome To Europe" begrüßt. Spätestens hier sind inhaltliche Parallelen zu Looptroops "Fort Europa" unüberhörbar: "No papers, no job, welcome to Europe, looking at a fresh start, guess you lucky to breath, welcome to Europe, now you gotta hit the streets, fuck with the beast and get the Euros". Im Laufe des Albums wird das Thema des orientierungslosen, wütenden und ausgebeuteten Dritte-Welt-Immigranten von vielen Seiten beleuchtet. Von Revolutionsträumen, von der Verweigerung, weiter Sklave sein zu wollen, von Hunger bis hin zu Grüßen an die "Brüder", die in Guantanamo gefangengehalten werden. Im diesem Track gibt es auch die denkwürdige Zeile "Immigration politics are now part of the war" zu hören. Zum Ende gipfelt das Album im Song "Give It Back" in Malcolm X'scher Rhetorik, wenn Iron African fordert, den Afrikanern ihr Geld, die Freiheit, seine Soldaten, das Land und die Medien zurückzugeben. Vor allem letzteres scheint dringend nötig zu sein, den die kulturelle Medienmaschine der Ersten Welt hat Iron African hörbar geprägt: In jedem zweiten Satz fällt das Wort "Nigger" als hätte es die Rassendiskriminierung in den USA nie gegeben und auch Schimpfwörter wie "Motherfucker" oder "Shit" werden großzügig gestreut. Hier hat der US-HipHop sein hässliches Erbe hinterlassen. Ein Grund mehr, Afrikanern ihre Medien zurückzugeben.
Robert Kneschke
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