 Inmitten des gegenwärtigen Wahns ums Debütalbum der Stunde und all den
Nebenprodukten, die er hervor bringt, muss man schon aufpassen, am Ende
nicht gerade die Bands zu verpassen, die eigentlich die meiste
Aufmerksamkeit verdient hätten. Das dürfte soweit jedem klar sein, der
die Killers von den Rakes zu unterscheiden weiß, wäre aber im Fall
der Dead 60s besonders tragisch.Immerhin setzt sich der Vierer aus Liverpool spürbar von anderen
aktuellen Klängen ab - statt trockener Gang Of Four-Rhythmik oder
sehnsüchtigem Cure-Glam bedienen sich Sänger Matt McManamon und seine
drei Kollegen im Spannungsfeld aus der Energie der Punkmusik der späten
Siebziger und der breitflächigen Kraft dichter Dub-Schwaden. Je nach
Gewichtung und Stimmungslage und dank mächtig Mut zum Style-Clash
ergibt
das mitunter recht unterschiedliche (zumeist übrigens relativ kurze)
Songs, denen jedoch eine eindringliche Atmosphäre von Aufruhr stets
gemein ist. "The Dead 60s" ist eine vielseitige, aufregende, begeisternde Platte,
von der man, so man ihr Gelegenheit und ausreichend Zeit gibt, so
schnell nicht genug gehört hat. Friedrich Reip
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