 Dabei sind all die charakteristischen Elemente, der Dancehall-Beat aus dem Drumcomputer, zusammen mit spanischen Raps und einigen HipHop-Sounds spätestens seit den Samplern "Def Jamaica" oder "Germaican Link-Up" bekannt, nur unter anderem Namen und nicht zwangsläufig in spanisch.Aber lassen wir den Kids ihren Hype und hören uns die Musik an. Diesmal "The Reggaetony Album" von Tony Touch. Der Titel macht klar, dass hier auch Szeneneulingen gezeigt werden soll, nach was sie auf der Suche sind. Da Tony Touch eher, DJ, Produzent und Beat-Bastler ist, beschränkt er sich auf letztere Funktion und die des Mischers und lässt bekannte Reggaeton-Größen singen: Tego Calderon, Pitbull oder Nina Sky beispielsweise, aber auch The Beatnuts oder B-Real von Cypress Hill gibt es zu hören. Diese Abwechslung ist auch notwendig, denn die Beats allein wirken beim ersten Hören trocken, spröde und monoton. Erst nach einigen Anläufen und genügender Lautstärke macht sich die Energie bemerkbar, die sich auf der Tanzfläche entfalten könnte. Doch auch in Müsli steckt viel Energie, die trotzdem nicht jedem schmeckt. Für Fans von Gangsta-Rap oder spanischem Dancehall mag Reggaeton eine spannende Partyalternative sein, der Rest sollte vorher mal reinhören.
Robert Kneschke
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